'Energiewende' mal anders: Grüne jetzt in Sorge um Gas-Speicher...
Bild: Freepik
Das Auffüllen der deutschen Gasspeicher läuft heuer äußerst schleppend voran. Selbst in den vergangenen Jahren ging es zügiger, um die Füllmengen vor dem Winter zu erreichen. Nun entdeckten ausgerechnet die Grünen und äußern darüber ihre Sorge. Das Wirtschaftsministerium - nun nicht mehr in grüner, sondern schwarzer Hand - wiegelt ab und beschwichtigt und liefert abenteuerliche Ausreden. Immerhin habe man LNG-Terminals, das mache flexibel...
Grünen über Folge einer Politik besorgt?
Man könnte es fast als einen Treppenwitz der Geschichte betrachten. Zumindest hat es etwas von Realsatire. Die Grünen, die mit der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke, der massiven Forcierung erneuerbarer Energien wie Windrädern und Photovoltaik - Sonne und Wind sollen ja angeblich keine Rechnung schicken - und der Klimahysterie mit Deindustrialisierung und Dekarbonisierung kräftig mitwirkten, sorgen sich nun um die Füllstände der deutschen Gasspeicher.
Das Ganze wohlgemerkt, nachdem dieselben Grünen eine tragende Rolle dabei spielten, Deutschland ins Energiechaos zu stürzen und die Preise in schwindelerregende Höhen zu treiben. Was doch die Oppositionsrolle alles zu ändern vermag. Dazu stellten sie auch eine kleine Anfrage zur Sicherheit zur Versorgung mit Gas - für Grüne eigentlich etwas Böses - an die Bundesregierung.
Kein Glaube mehr an Klimaerwärmung?
Dabei scheint bei den Grünen mit dem Ende der Regierungsbeteiligung auch der unerschütterliche Glaube an die Klimaerwärmung verlorengegangen zu sein. Wieso sonst, heißt es auch in der Anfrage, inwieweit die Bundesregierung die "Anpassungen der Speicherfüllstandsmengen nach § 35b des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG)" für ausreichend hält, "um auch bei einem sehr langen und sehr kalten Winter die Versorgungssicherheit für Haushalte, Gewerbe und Industrie im kommenden Winter zu gewährleisten?"
Immerhin dürfte es doch der grünen Logik vom "globalen Kochtopf" zufolge lange und kalte Winter nicht mehr geben. Und der saubere und grüne Strom aus der Steckdose - von Sonne und Wind, die keine Rechnung schicken - dürfte auch ohne Hilfe von Gas - ganz schlecht für das Null-Emmissions-Ziel - die Wärmepumpe antreiben und das Elektro-Lastenfahrrad aufladen.
Ganz neue Linie...
Dabei scheinen die Grünen nach Stimmverlusten bei der Wahl und dem Ende der Ampel-Regierung noch nicht so ganz in der Oppositionsrolle angekommen zu sein. Denn die jetzigen Sorgen wiedersprechen schon deutlich der Linie der Russland-Sanktions-Partei - Stichwort: Frieren für den Frieden und "Auch der Waschlappen ist eine brauchbare Erfindung"-Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg.
Damit weichen sie eigentlich vom voerherigen Kurs deutlich ab. Zumal doch auch Grünen-Tausendsassa und Wunderwuzzi-Wirtschaftsminister Robert Habeck die Energiekrise bereits im März 2024 für beendet erklärt - Der Status berichtete. Auf der Kehrseite der zweite Treppenwitz: Die neue Regierung führt ruinöse Habeck-Gesetze weiter, obwohl Merz vormals dagegen opponierte. So oder so: Ohne ideologische Scheuklappen hätte den Grünen auch früher auffallen können, dass es derzeit in Deutschland etwa hapert.
Probleme schon länger bekannt
So waren im Februar die deutschen Gasspeicher nur zu 48 Prozent gefüllt und es zeichnete sich bereits ab, dass aufgrund der hohen Gaspreise die Auffüllung mehr als schleppend vorangehen dürfte. Subventionen und ähnliches waren damals bereits im Gespräch - Der Status berichtete. Mitte Juni lag der Füllstand der deutschen Gasspeicher dann gar bei nur 46 Prozent - Der Status berichtete. Derzeit sind es rund 68 Prozent, so zumindest die Zahlen der AGSI. Man hat es also geschafft, binnen etwas mehr als 2 Monaten den Speicherstand um 12 Prozent zu erhöhen.
"Damit die Speicher im nächsten Winter ausreichend befüllt sind, gelten die Füllstandsvorgaben gem. § 35b EnWG. Demnach müssen die Gasspeicher zum 1. Oktober zu 80 Prozent und zum 1. November zu 90 Prozent befüllt sein", heißt es bei der Bundesnetzagentur. Es bleiben also rund ein Monat Zeit, nochmals den Speicherstand um 12 Prozent zu erhöhen um 80 Prozenz zu erreichen und dann, während der beginnenden Heizsaison und vermutlich stärkeren Angängen, das Novemberziel in Angriff zu nehmen.
LNG macht flexibel?
Die neue "große Koalition" aus Union und SPD, die mangels Wählerzuspruch inzwischen eine ziemlich kleine ist, sieht das Problem allerdings als nicht wirklich dringlich an. Das Wirtschaftsministerium, nun ohne Habeck - sondern in Verantwortung von Katherina Reiche (CDU) - verweist auf die LNG-Terminals, womit eine flexible Möglichkeit bestehe, zusätzliches Gas zu importieren, so berichtet die ARD. Deswegen hätten Gasspeicher auch an Attraktivität verloren.
Dass man vorher mit Pipelines etc., die man nun nicht mehr benutzen darf oder kann oder will, ebenfalls recht flexibel war und sogar noch wetterunabhäniger als bei Importen über die Ozeane, aber dennoch die Gasspeicher immer ordentlich füllte, scheint den ARD-Journalisten keine Nachfrage wert. Aber gefüttert mit Zwangsbeiträgen hat man vermutlich andere Prioritäten, wichtig ist, die Beruhigungspille an den Bürger weiterzureichen. Aber wie auch immer sich der Winter entwickelt und auch die Gasversorgung, dürfte eines schon sein: Es wird teuer...
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