Hauptsache, die Luft scheppert...?

Empörung im Sommerloch: System wittert 'rassistische Codes' in FPÖ-Video

Politik
Bildzitat: Instagram

Das Sommerloch ist da - und man merkt es an der Reaktion des polit-medialen Komplexes auf ein launiges Video mit FPÖ-Tirol-Chef Markus Abwerzger auf Instagram. Denn nach der Skandalisierung durch einen obskuren Online-Blog wittern praktisch die versammelten Systemparteien darin einen angeblichen "Rassismus-Skandal" und überbieten sich in ihren Aussendungen mit der gewählten verbalen Schärfe. Schließlich will ja niemand zurückstecken, wenn's um die vermeintliche "Verteidigung der Demokratie" geht...

Diese Rechten und ihre... Kronen!

Es ist ein Video, das nur wenige Sekunden lang ist und den Tiroler FPÖ-Landeschef Markus Abwerzger zeigt, wie er in der Meraner Straße in Innsbruck unweit des dortigen Landhauses entlang läuft. Dabei setzt er sich eine Pappkrone des Schnellkost-Restaurants "Burger King" los und bekundet laut Beschriftung, dass er sich auf dem Weg zum Flughafen befinde. Eine kryptische Botschaft: Geht's um die Sommerpause? Will man für die Remigration straffälliger Migranten werben? Oder einfach nur gute Laune verbreiten?

Mehr brauchte es nicht, denn für den politischen Mitbewerber ist nämlich die Demokratie in Gefahr. Denn es handle sich um eine Anspielung auf ein Video aus dem Jahr 2020 sein, in dem sich ein älterer Herr mit ähnlichem Kopfschmuck ist auf einem Flug von Jamaika in die USA ein Streitgespräch mit einer dunkelhäutigen Passagierin liefert. Das Video wurde für Memes mit einer (unpolitischen) anderen Tonspur unterlegt und erreichte ein Millionenpublikum. Doch genau dort setzt der polit-mediale Komplex nun an. 

"Aufdecker" mit Schlagseite

Es handle sich um ein "klassisches Dogwhistle", bei dem durch "gezielten Einsatz codierter oder suggestiver Sprache" angeblich für "aggressive rassistische Attacken auf schwarze Personen" geworben werden soll, so die Behauptung. Erhoben wird sie im Online-Medium "campus a", das u.a. auch mit Bildungseinrichtungen kooperiert und als dessen Geschäftsführer ein ehemaliger Mitarbeiter des Parlamentsklubs des "Liberalen Forums", einer De-Facto-Vorgängerpartei der NEOS, fungiert. 

Verantwortlich für den Artikel ist eine queere Jungjournalistin, die auch im Redaktionsteam des Projekts "Kenne deine Rechte" des Grazer Menschenrechtsbeirats auftaucht. Die von der öffentlichen Hand mitfinanzierte Einrichtung fuhr "Anti-Rassismus"- & Pro-Migranten-Kampagnen und problematisierte einst etwa, dass die FPÖ etwa keine Gender-Sprache nutzt oder Einheimische im sozialen Wohnbau bevorzugen will. Detail am Rande: Bei der Einschränkung der Bürgerrechte für Corona-Ungeimpfte schwieg man geflissentlich...

Auch in der Berichterstattung ist die politische Schlagseite unübersehbar: Ein bemerkenswerter Anteil der Artikel im Politik-Ressort beschäftigt sich negativ mit den Freiheitlichen, während man mit Lena Schilling zum Höhepunkt ihrer Umstrittenheit ein geradezu freundschaftliches Interview führte. 

Systemparteien tragen dick auf

Bei der SPÖ, deren hauseigener "Kontrast"-Blog eine ähnliche Schiene fährt (Der Status berichtete) und auch diesmal in die Empörung einstimmt, greift man das Stichwort dankbar auf. Die Genossen wittern "rassistische Codes". Das Video sei "brandgefährlich", die FPÖ hofiere "rechtsextreme Stiefeltruppen", bringe "Gewaltfantasien in Umlauf" und verbreite "im Parlament Verschwörungstheorien". Man warne vor "rechtsxtremen Erzählungen" und es dürften "solche Inhalte in einer demokratischen Gesellschaft keinen Platz haben". Passt zur Geisteshaltung einer SPÖ, die bei kritischen Alternativmedien die Zulassung infrage stellt & die Jugend aus sozialen Medien ausschließen will...

Aber auch Grüne & ÖVP konnten sich zumindest auf Landesebene nicht zurückhalten. Die Volkspartei wittert "rassistische Ressentiments", die Grünen sprachen überhaupt von "sozialer Brandstiftung". Wer solche Video drehe, habe "den demokratischen Boden verlassen und das ist sehr gefährlich." Man fantasiert sich ein Zerrbild der Realität herbei, in dem man Migranten beschimpfen, bespucken und aus dem Land vertreiben wolle. Im Sommerloch wird die Demokratie offenbar schon durch harmlose 10-Sekunden-Videos bedroht - und sich anhand des selbst aufgebauschten Skandals als Retter derselben inszenieren zu können, ist eben unbezahlbar...

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