Einvernehmlich oder doch zu umstritten?: Georg Restle verlässt 'Monitor'
Bild: Raimond Spekking , : Georg Restle auf dem CSD in Felix-Rexhausen , Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
Georg Restle ist raus und das schneller als erwartet. Der langjährige „Monitor“-Moderator verabschiedet sich abrupt, doch die Hintergründe bleiben nebulös. War der Rückzug ein freiwilliger oder soll damit eine umstrittene Ära beendet werden?
Restle verlässt Deutschland
Stolz konnte sich schätzen, wer von ihm in den sozialen Medien blockiert wurde. Und das war am Ende wohl jeder Zweite, den Georg Restle vom Dialog ausschloss, während er auf der Mattscheibe vollmundig für Meinungsvielfalt warb. Er spielte sich zu einer gewichtigen Stimme im Land auf, wollte unbequem und kritisch sein, konnte letztlich aber nur austeilen, selten einstecken.
Nun ist der 61-Jährige kurzfristig von der Moderation des Magazins „Monitor“ zurückgetreten. Die Umstände, warum er im Sommer ins Studio Nairobi wechselt, wirken einigermaßen undurchsichtig. War es seine eigene Entscheidung, ist er gegen seinen Willen geschasst worden? Offiziell soll es eine freiwillige Abwägung gewesen sein, man kann es glauben, aber auch nicht. Zweifelsohne war er schon früher als Auslandskorrespondent aktiv, ein bitterer Beigeschmack bleibt insbesondere aufgrund der völlig überraschenden Ankündigung, die eher auf einen Schnitt denn einen geplanten Übergang hinweisen könnte. Jedenfalls stellt die Zäsur auch einen Umbruch für den WDR dar, als dessen Gesicht er galt.
Haltung statt Meinungsfreiheit
Chefredakteurin Ellen Ehni lobte Restle als jemanden, der für „hintergründigen und kritischen Journalismus mit Rückgrat“ steht. Das werden viele Beobachter anders sehen. Unabhängige Berichterstattung lehnte er stets ab, betonte die Notwendigkeit von „Haltung“. Zu verstehen war darunter eine ideologische Verankerung links der Mitte. Seine vermeintliche Werteorientierung entsprach dem Anspruch an politische Propaganda, insbesondere gegen die AfD und angeblichen „Rechtsextremismus“, aber auch der schlichten Agitation über „Polizeigewalt“ und CDU-Affären.
Grüne hingegen waren kaum ein Thema, sie verschonte der Esslinger, nahm stattdessen an anrüchigen Demonstrationen teil, machte aus seinem Aktivismus keinen Hehl. Ein typisches Bias, eine feste Verankerung in einer unreflektierten Weltanschauung, durch nichts zu erschüttern, doch kein Fels in der Brandung, sondern eine Monstranz des Zeitgeistes. Vielfältig und tolerant, woke und queer zugewandt, das war die Agenda eines Mannes, der die Skandale aneinanderreihte, aber nie zu seiner Verantwortung stand.
"Alles Böse ist blau"
Schuld waren stets die Anderen. Schon 2019 erklärte Restle die Alternative für Deutschland zum „parlamentarischen Arm einer rechtsextremistischen Bewegung“, wunderte sich über Widerspruch. Immer wieder stand er repräsentativ für die Spaltung zwischen „denen“ und „uns“, sprach in „Wir“-Form, im „Pluralis pro nobi“. Er hielt sich für etwas Besseres, trieb die Polarisierung der Gesellschaft voran, als er hochmütig bekanntgab, „einer von vielen“ zu sein. Die wahrhaftigen Ursachen für die Probleme dieser Nation blieben stets unaufgedeckt, beispielsweise beim Thema Antisemitismus. Dass eine wachsende Bedrohung für die Juden vom Einfluss des Islams ausgeht, negierte der Jurist in seiner Überzeugung, alles Böse wäre „blau“.
Elon Musk bezichtigte er des „Faschismus“, fordert er ihn dezent dazu auf, den „Mund zu halten“, monierte vielleicht indirekt, dass deutsche Nutzer seinen Nachrichtendienst im Zweifel mitfinanzieren müssten, auf dem er selbst prominent in Erscheinung trat. Grotesk wirkt dabei, dass der einst beim Piratensender „Radio Dreyeckland“ arbeitende Reporter selbst durch Pflichtgebühren der Beitragszahler entlohnt wird. Doch Widersprüchlichkeit und Doppelmoral sind sein Markenzeichen.
Politische Superlative sind seine Sprache
Politiker der AfD nennt er „Lügner“ und „Rassisten“, lastet ihnen „Hetze“ an. Dass er im Glashaus sitzt, merkt der Steinewerfer selten. Abgeschieden im Wolkenkuckucksheim, in einem Paralleluniversum, in einer heilen Welt, in der Messerattacken ebenso wenig Platz haben wie Sozialleistungsmissbrauch oder „Kalifat“-Rufe auf unseren Straßen. Dafür aber das Recht der Palästinenser, für ihre Interessen grundaggressiv in Berlin zu demonstrieren.
Er konstruiert den Gedankengang, dass eine Partei, die zuletzt in Baden-Württemberg ihr Ergebnis verdoppelt hat, im Falle von Regierungsverantwortung „alles schlimmer machen“ würde. Indirekt degradiert er ihre Unterstützer zu Naivlingen, zu den allerdümmsten Kälbern, die ihre Schlachter selbst wählen. Wenn sich Prädikate durch seine bisherige Biografie ziehen, dann gehören Anmaßung, Realitätsferne und Wichtigtuerei in jedem Fall dazu. Nun ist er also weg, am 26. März 2026 zum letzten Mal zu genießen. Vielleicht ist seine Einbildung sogar dem eigenen Team zu viel geworden, man könnte es wahrlich niemandem übelnehmen.
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