Dunkelflaute als Normalzustand: Probleme mit der Energiewende
Bild: magnific
Die Probleme der Energiewende und der damit einhergehenden hohen Energiepreise werden immer offensichtlicher. Nun zeigt eine Studie des Energiekonzerns Uniper, dass sogenannte Dunkelflauten zum Alltag gehören und keine bloßen Ausnahmeerscheinungen sind. Damit stellt sich die Frage, wie Deutschland seine Energieversorgung sicherstellen kann.
Sonne und Wind liefern kostengünstig saubere Energie, so das grüne Versprechen für die Energiewende und den Atomausstieg, welche die CDU unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel einleitete. Doch wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht, gibt es Probleme. Bei Dunkelflauten braucht es Alternativen, um die Stromversorgung sicherzustellen. Und diese Dunkelflauten treten laut einer Kurzstudie des Energiekonzerns Uniper in Deutschland häufiger ein, als bisher angenommen. "Dunkelflauten sind kein Extremereignis, sondern ein strukturelles Merkmal des deutschen Stromsystems", so das Ergebnis der Studie.
Dunkelflaute alle 2,5 Tage
Denn in der Studie wurde die Wind- und Solarstromerzeugung der Jahre 2016 bis 2025 überprüft. Als sogenannte Dunkelflaute definierte Uniper dabei einen Zeitraum von mindestens zehn Stunden, in dem Wind‑ und Solarstrom gemeinsam weniger als zehn Prozent ihrer installierten Leistung liefern. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass es im betrachteten Zeitraum 1.435 Dunkelflauten mit einer Dauer von über zehn Stunden gab - im Durchschnitt also alle drei Tage, wobei die Dauer bei 12,9 Stunden, also einem halben Tag lag. 24‑stündige Dunkelflauten würden monatlich auftreten, dreitägige Ereignisse etwa zweimal pro Jahr. Noch länger Dunkelflauten von mehr als fünf Tagen sind hingegen selten und treten im Schnitt nur alle dreieinhalb Jahre auf - 2023 gab es das Extrem einer fast einwöchigen Dunkelflaute mit einer Dauer von 161 Stunden.
Wie Energieversorgung sicherstellen?
Dabei stellt sich die Frage, wie bei Dunkelflauten die Energieversorgung weiter sichergestellt werden kann. Die Bundesregierung prüft derzeit den Bau neuer Gaskraftwerke - wobei günstiges Gas derzeit Mangelware ist - und man zudem die letzten Kernkraftwerke abschaltete. Und dies ruft sofort Kritiker der Uniper-Studie auf den Plan, die diese als irreführend bezeichnen. So etwa das Online-Magazin Cleanthinking, wo Kritiker argumentieren, dass die Zahl der Dunkelflauten wenig über die Versorgungssicherheit aussagen würde.
Wichtiger sei vielmehr die Rolle von Speichern, Lastmanagement, Stromimporten, Biomasse und anderen Flexibilitätsoptionen. Punkte, die auch Uniper - der Konzern will selbst Gaskraftwerke bauen - in seiner Analyse betrachtete: "Wenn die Stromnachfrage die Erzeugung aus erneuerbaren Energien übersteigt, müssen Kraftwerke, Importe, Lastflexibilitäten und Speicher einspringen. Zu Letzterem gehören auch Batteriespeicher. Die Speichertiefe von Batteriespeichern reicht jedoch nicht aus, um zehnstündige Dunkelflauten zu überbrücken."
Stromnetz als Knackpunkt
Wie stark die Energiewende allerdings die Versorgungssicherheit beeinträchtigt, zeigte zuletzt eine Untersuchung der Austrian Power Grid (APG) im April. Dabei kam man zu dem Schluss, dass zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 statistisch an jedem zweiten Tag Dunkelflaute herrschte - Sonne und Wind als Stromlieferanten ausfielen - und auch die Flüsse wenig Wasser führten. "Dies brachte das Stromsystem in Österreich an seine Grenzen", so der Befund der APG. Dabei ergab sich allein im Februar ein Importbedarf an Strom in Höhe von 997 GWh - "ein Hinweis auf die andauernde Versorgungslücke". Wobei sich die Stromnetze als Engpass entpuppten, da die bestehenden Netzkapazitäten nicht für die erwünschten Stromimporte ausreichen würden.
Erneuerbare "managebar machen"
Daher empfiehlt die APG: "Der rasche Ausbau der Netzinfrastruktur ist der Schlüsselfaktor, um nachhaltig preisgünstigen Strom für Österreichs Wirtschaft und Industrie verfügbar zu machen, die hohe Qualität derVersorgungssicherheit zu gewährleisten und die Erneuerbaren energiewirtschaftlich effizient managebar zu machen. Österreich braucht weiters eine gesamtsystemische energiewirtschaftliche Planung und Umsetzung inklusive einer Kraftwerksstrategie. Und darüber hinaus ist die Digitalisierung aller Akteure des Energiesystems sowie der Ausbau der Speicher von höchster Priorität. Nur so werden in Zukunft dargebotsabhängige Produktionsschwankungen der Erneuerbaren volkswirtschaftlich und energiewirtschaftlich effizient managebar."
Ein Zeichen dafür, dass nicht nur in Deutschland der Ausbau der Erneuerbaren und die Energiewende ohne ausreichende Planung und ohne ausreichendes Konzept aus politischen Gründen zu schnell vollzogen wurde. Denn auch, wenn Dunkelflauten nicht sofort zu einem Blackout führen, sind die Verwerfungen am Strommarkt und die hohen Spotpreise an den Strombörsen - neben extrem hohen Kosten für den benötigten Netzausbau und Speicherkapazitäten - ein massives wirtschaftliches Problem.
Grüner Strom nicht wettbewerbsfähig
Diese hohen Kosten sorgen auch dafür, dass Kritiker immer wieder den Traum vom grünen Strom in Mitteleuropa verwerfen, da dieser nie wettbewerbsfähig sein könne. So hatte bereits im November 2024 der Thyssenkrupp-Vorstandsvorsitzende Miguel Lopez in einem Interview erklärt, dass der grüne Traum von der Energiewende an den Realitäten scheitert: "Wenn wir über wettbewerbsfähigen Grünstrom reden, kann eigentlich nur von Skandinavien oder der iberischen Halbinsel die Rede sein. Ich habe bislang noch keine Lösung gesehen, mit der in Mitteleuropa grüner Strom wettbewerbsfähig produziert werden kann."
Das Geld, welches derzeit in Deutschland oder anderswo in Mitteleuropa in Wind- und Solarenergien gepumpt werde, hielt er für herausgeschmissen. Die Milliardensubventionen zum Aufbau von Solar- und Windanlagen könne man sich sparen - Der Status berichtete. Kritik, die auch immer von der FPÖ vorgebracht wird, die argumentiert, dass Wasserkraft im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Technologien ohne Fördermittel und Subventionen auskomme, sich wirtschaftlich selbst trägt und keinen teuren Netzausbau verlangt.
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