Schwarze Entgleisung aus Nervosität

'Darf Landbauer bleiben?': Eklat um irren ÖVP-Abschiebe-Sager

Politik
Hintergrund: Magnific; Landbauer: (C) Alois Endl; Hanger: (C) BKA/Wenzel, Wikimedia Commons, CC BY 2.0; Komposition: Der Status.

Nachdem der niederösterreichische LH-Vize Udo Landbauer (FPÖ) die "Ömpel"-Asylpolitik und insbesondere die Aussagen von ÖVP-Innenminister über die vermeintliche Integration vieler Syrer kritisierte, verlor dessen schwarzer Parteifreund Andreas Hanger völlig die Fassung. Denn er legte dem Spitzenpolitiker der Konkurrenzpartei seine eigene Abschiebung nahe, basierend auf dem persischen Migrationshintergrund seiner Mutter.

ÖVP will also Landbauer abschieben?

In der Nervosität um die katastrophalen Umfragewerte fallen bei der ÖVP offenbar die allerletzten Hemmungen. Denn, obwohl es in Niederösterreich - dem Heimatbundesland beider Politiker - einen schwarz-blauen Regierungspakt gibt, sähe Hanger es scheinbar am Liebsten, wenn man mit Landbauer einen lästigen Konkurrenten einfach duch Außerlandesbringung unschädlich machen könnte, bevor der Volkspartei auch ihr wichtigstes Kernland bei der nächsten Landtagswahl endgültig entgleiten könnte.

Wörtlich sagte Hanger, der für die ÖVP im Nationalrat sitzt, nämlich: "Darf Udo Landbauer selbst in Österreich bleiben, wenn er fordert, dass Menschen, die sich integrieren, die die Sprache erlernen und einen Beruf ausüben, abgeschoben werden sollen?" Vorausgegangen war eine Kritik des LH-Vizes an Aussagen von ÖVP-Innenminister Gerhard Karner, wonach viele der rund 100.000 Syrer in Österreich ein "wertvoller und wichtiger Teil der Gesellschaft" geworden seien. 

Asyl-Kritik an Karner als Auslöser

Damit rechtfertigte die Minister zuletzt im polit-medialen Raum die behäbige Rückführungsgeschwindigkeit in das nahöstliche Land - 20 Monate nach dem Assad-Sturz sind lediglich rund 2.000 Syrer wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt, ein erheblicher Anteil davon erst nach finanziellen Anreizen. Dieser Haltung hatte Landbauer entgegen gesetzt: "Asyl ist Schutz auf Zeit und nicht die Eintrittskarte für einen Daueraufenthalt in unserem Land oder sogar für den rot-weiß-roten Pass."

Wenn Karner "allen Syrern die österreichische Staatsbürgerschaft umhängen" wolle, so Landbauer, möge der ÖVP-Minister "endlich so ehrlich sein und das unseren Landsleuten sagen, anstatt permanent seine Märchenstunde und Abschiebeshow abzuziehen". Denn letztendlich gelte die Erkenntnis: "Der Krieg in Syrien ist vorbei. Remigration ist das Gebot der Stunde." Für Hanger reichte diese Kritik an der Bilanz seines Parteifreundes offenbar aus, um in einer Aussendung unter der Gürtellinie ausfällig zu werden. 

Plötzlich ist Rassismus salonfähig

Besonders unappetitlich an diesem Ausritt: Landbauer ist natürlich kein Asylwerber, sondern der hierzulande geborene Sohn eines Österreichers und einer Iranerin. Seine Mutter kam bereits Anfang der 1970erin als Urlauberin ins Land und lernte im Zuge dessen seinen Vater kennen. Sie integrierte sich, arbeitete als Schneider und wurde nach Aussagen ihres Sohnes "echte und stolze Österreicherin". Über fünf Jahrzehnte später versucht nun die Kanzlerpartei aus dieser Herkunft politisches Kleingeld zu schlagen. 

Es ist übrigens nicht der erste derartige Rassismus-Eklat der Systemparteien gegen Landbauer. Bereits im Wahlkampf zur letzten Landtagswahl bediente sich das rote & schwarze Umfeld derartiger Schmutzkübel-Aktionen - Der Status berichtete. Und im linksliberalen "Standard" ätzte man einst sogar über den angeblichen "Ajatollah-Charme" des LH-Vizes. Was besonders absurd vor dem Hintergrund ist, dass jenes Regime im Iran noch nicht einmal an der Macht war, als Landbauers Mutter nach Österreich kam... 

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