Bürger sollen Gas sparen: Bundesnetzagentur ködert mit Billig-Ökostrom-Märchen
Der Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller warnte nun vor steigenden Gaspreisen durch den Irankrieg. Zugleich erklärte er, dass Strom billiger werden würde, aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien - eine Entwicklung, die an den meisten Bürgern vorübergegangen sein dürfte und in der Realität so nicht zutrifft. Denn die Probleme mit den Erneuerbaren werden noch teuer, wie zuletzt auch die Pläne der BASF für einen Solarpark zeigten.
Gaspreis steigt, Sparzwang ist nicht fern
In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dessen größter Anteilseigner die SPD ist, warnt der Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller vor steigenden Gaspreisen. Daher sollten die Bürger weiter sparen und Verzicht üben: "Mit Gas sorgsam umzugehen, ist nicht verkehrt", so Müller, der weiter betont, dass Gas nach wie vor "ein wertvolles Gut" sei.
Vor kurzfristigen Preissprüngen seien die meisten privaten Haushalte allerdings geschützt, da ihre Verträge "Preisgarantien für zwölf Monate oder länger" vorsehen würden. In der Wirtschaft sieht es da hingegen anders aus. Aber auch für private Haushalte könne es nach Ablauf der Vertragslaufzeit und bei neuen Verträgen teuer werden, erklärt Müller.
Iran-Krieg als willkommene Ausrede
Zwar sei die Lage nicht so schlimm, wie zu Beginn des Ukraine-Krieges, beruhigt der ehemalige grüne Politiker, der vom damaligen grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck zum Chef der Netzagentur gemacht wurde, aber die wirklichen Folgen des Iran-Krieges seien noch nicht absehbar. Durch die dadurch ausgelöste Energiekrise seien leichte Preissteigerungen laut Müller nicht ausgeschlossen. Dabei bietet der Iran-Krieg derzeit eine willkommene Ausrede für die Politik.
Im vergangenen Winter sanken die Füllstände der deutschen Gasspeicher auf einen historischen Tiefstand, im Februar 2026 waren es 25,5 Prozent - ein Jahr zuvor waren es mit 48,7 Prozent noch fast doppelt so viel. Die Bundesregierung blieb jedoch untätig und schaute nur zu. Dabei hatte es schon zuvor immer wieder Probleme mit der Auffüllung der Speicher gegeben, die mit einem niedrigen Stand in die Wintersaison starteten - und das, ganz ohne Irankrieg.
Erschwerend kommt zudem die Abkehr von russischem Gas hinzu, die keine Unabhängigkeit, sondern lediglich neue Abhängigkeiten brachte. Und auch die EU mit ihrem Lieferkettengesetz und der neuen EU-Methanverordnung sorgt für neue Probleme mit potenziellen LNG-Lieferanten.
Günstige Strompreise durch Erneuerbare?
Wie es um die Gasspeicher und auch die Kosten für die Bürger bestellt sein wird, werden erst die kommenden Monate zeigen - auch ob der Preisanstieg bei Gas leicht oder doch stärker ausfällt. Merkwürdig war jedoch Müllers Aussage zum Strompreis. Dieser "wird in der Tendenz günstiger", erklärte Müller im Interview, was auf den deutlich steigenden Anteil "kostengünstiger erneuerbarer Energie" zurückzuführen sei. Dabei waren es nicht zuletzt die Erneuerbaren, die den Strompreis auch mit in die Höhe trieben. Und auch Dunkelflauten sorgten in der Wirtschaft für Produktionsstopps.
Grüner Strom ist dabei nicht nur nicht wettbewerbsfähig, auch die Kosten der Energiewende gehen weiter ins Unermessliche. Allein für den Netzausbau sind Milliarden nötig. Dies musste zuletzt auch die BASF erfahren. Am Standort Ludwigshafen sollte ein großer Solarpark entstehen, doch die Realität machte einen Strich durch die Rechnung. Der Netzbetreiber Pfalzwerke lehnte den Plan ab, die Netze machen einfach nicht mit, zu Spitzenzeiten könnten sie den ganzen Strom gar nicht aufnehmen und würden kollabieren. Und ein schneller Ausbau des Netzes um das Problem zu beheben, ist nicht so einfach möglich.
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