Ernährungssicherheit in Gefahr...

Britische Energiewende: Solarparks auf fruchtbarem Ackerland

Politik
Bild: NextEnergySolarFund, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die grüne Transformation treibt bedenkliche Blüten. Um CO2-neutral zu werden und die Dekarbonisierung der Energiegewinnung voranzutreiben, sollen überall Windkraftwerke und Solarparks entstehen. Doch wie bei grüner Politik so oft der Fall ist, wo Vorgaben per Reißbrett und ohne Sinn und Verstand erfüllt werden müssen, hat dies beträchtliche Folgen. In Großbritannien etwa geht wichtiges fruchtbares Ackerland durch Solarparks verloren.

Es ist immer wieder das Jahr 2030. In Großbritannien sollen etwa bis dahin die Kapazitäten von Solarenergie von  16,6 auf 45–47 Gigawatt steigen. Und dazu setzt die Politik im Vereinigten Königreich bei seiner Solarenergie-Offensive auf große Solar-Parks, die dann 60 bis 65 Prozent der geplanten grünen Energie liefern sollen. Und dafür scheint man auch ohne weiteres die Ernährungssicherheit des Landes aufs Spiel zu setzen beziehungsweise zu opfern, so als gäbe es kein Morgen.

Energiegewinnung auf Ackerland

Das Council for the Preservation of Rural England (CPRE) hat dies zum Anlass genommen, die bisherigen Solarparks und die zukünftigen Planungen genauer unter die Lupe zu nehmen. Und die Ergebnisse der Studie "Getting solar off the ground" sind ernüchternd und zeigen, wie eine aktionistische Transformationspolitik mehr Schaden als Nutzen verursachen kann. So wurde festgestellt, dass eine Fläche von 1.300 Fußballfeldern, rund 827 Hektar, die zu den besten landwirtschaftlichen Flächen Englands zählt, durch Mega-Solarparks bereits verloren gegangen ist. So durch etwa drei in Betrieb befindliche Solarparks – Sutton Bridge in Lincolnshire, Goosehall in East Cambridgeshire und Black Peak Farm in South Cambridgeshire – die sich vollständig auf BMV-Ackerland befinden. BMV ist die Bezeichnung für die besten und vielseitigsten (best and most versatile) landwirtschaftlichen Flächen des Königreichs.

Alarmierendes Untersuchungsergebnis

"Untersuchungen aus unserem neuen Bericht zeigen, dass 59 % der größten in Betrieb befindlichen Solarparks in England auf produktivem Ackerland liegen, während fast ein Drittel (31 %) der von ihnen bedeckten Fläche als BMV-landwirtschaftliche Fläche des Landes eingestuft ist", heißt es in einer Aussendung zu dem Bericht. Die Untersuchung prüfte dabei 38 große Solarparks, die jeweils mehr als 30 MW Energie erzeugen. Trotz eigentlich vorliegender Planungsrichtlinien zum Schutz hochwertiger landwirtschaftlicher Flächen umfasst mehr als die Hälfte (53 %) dieser Standorte BMV-Flächen, die im offiziellen System zur Klassifizierung landwirtschaftlicher Flächen mit 1 bis 3a bewertet sind.

Ernährungssicherheit in Gefahr

Zudem zeigt sich, dass gerade im Osten Englands, wo es eine Konzentration hochwertiger landwirtschaftlicher Flächen gibt, dies laut CPRE auch zu einem Anstieg der Anträge für Solarparks führte. "Trotz der Behauptungen der Regierung, dass Solarenergie nur 0,4 % der Fläche Großbritanniens bedecken wird, ist die Verteilung alles andere als gleichmäßig. In Sleaford und North Hykeham beispielsweise bedecken Solarparks bereits 7 % der Fläche", wird die aktuelle Politik moniert. Zudem warnt man auch davor, dass durch die Vorgaben und Planungen "wichtige landwirtschaftliche Flächen für bis zu 60 Jahre aus der Nahrungsmittelproduktion genommen" werden könnten, "was angesichts der globalen Unsicherheit die Nahrungsmittelversorgung Großbritanniens gefährden" würde. Das CPRE fordert daher mehr  Installationen von Solarmodulen auf den Dächern geeigneter Wohn- und Industriegebäude sowie auf Parkplätzen und Brachflächen sowie ein Verbot für landwirtschaftliche Flächen der Stufen 1 und 2.

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