5 Ringe, 20 Jahre, X Millionen?

Babler im Größenwahn: Will Olympia nach Österreich holen

Politik
Olympiaringe: profernity, Flickr, CC BY 4.0; Babler: (C)Andreas Babler/Team Basis, Flickr[/url, [url=https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de]CC BY 2.0; Komposition: Der Status.

Aktuell kämpfen österreichische Sportler in Cortina & Mailand um olympische Medaillen. Im Erfolg unserer Wintersportler sonnt sich die Politik ohnehin gern, schließlich ist's in den letzten Jahren neben der Inflation gefühlt das einzige Metier, wo man noch im europäischen Spitzenfeld ist. Ungeachtet des eigentlichen Sparpakets, das v.a. heimische Arbeiter, Familien & Pensionisten ausbaden müssen, träumt SPÖ-Vizekanzler & Sportminister Andreas Babler nun von Olympia-Wettkämpfen auch in Österreich.

Einmal auf dem Olympiafieber surfen...

Österreich ist ein sportbegeistertes Land, insbesondere in der passiven Form. Unvergessen sind auch ein halbes Jahrhundert nach dem legendären Abfahrts-Gold von Franz Klammer am Patscherkofel die leergefegten Straßen, während ein ganzes Land bei der letzten Heim-Olympiade mitfieberten. Später standen zigtausende Österreicher mitten in der Nacht auf, um Hermann Maier in Japan zuerst spektakulär von der Piste fliegen und dann nur Tage später zu Doppel-Gold rasen zu sehen. Und wer mit einer Medaille von den Spielen nach Hause kommt, ist ohnehin quasi Volksheld und für das restliche Leben medialer Dauergast. 

Entsprechend verwundert es kaum, dass sich auch eine beim Volk zunehmend unbeliebte Regierung im Ruhm unserer Athleten beim friedlichen Wettkampf der Völker sonnen will. Für die "Ömpel"-Koalition, die mitunter in drei Monaten mehr als 1 Mio. Euro an Steuergeld für Auslandsreisen verfliegt, reisen daher gleich mehrere Regierungsmitglieder an. Den Auftakt macht SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler. Der zeigte sich im Rahmen eines gemeinsamen Pressetermin mit ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer in Cortina zudem "sehr offen" für eine weitere heimische Olympia-Bewerbung. 

Babler will Heim-Olympia in 20 Jahren

Mit "Brot & Spielen" vom eigenen Versagen ablenken: Der als Vizekanzler glücklose SPÖ-Chef will "visionär" sein und erklärt, dass man sich im Regierungsprogramm darauf verständigt habe, sportliche Großveranstaltungen ins Land zu holen. Der Chef-Rote erhofft sich ein "kräftiges Signal und eine wirtschaftliche Wertschöpfung für Österreich". Daher will man anvisieren, dass spätestens 2046 - nach den Spielen in Innsbruck von 1964 & 1976 zum dritten Mal olympische Winterspiele in Österreich stattfinden. Irgendwie muss man dem Volk ja zwischen der Ski-WM in Saalbach im Vorjahr und der Biathlon-WM in Hochfilzen in 2 Jahren suggiereren, dass man irgendwas zustande bringt. 

Diese beiden Groß-Events nimmt Babler auch zum Anlass, sich für höhere Würden zu empfehlen. Zudem würden die aktuellen Spiele mit mehreren örtlichen Clustern zeigen, dass man auch in Österreich eine Olympiade quer über das Land verteilen könnte: "Wir haben eine sehr gute Infrastruktur. Es ist jedenfalls wert, darüber nachzudenken." Immerhin damit befindet er sich in guter Tradition: Schon 1976 täuschte man das Volk mit dem Narrativ, billige Spiele wegen vorhandener Sportstätten veranstalten zu können. In Wahrheit kostete die Ertüchtigung der Infrastruktur mit damals astronomischen 200 Mio. Schilling etwa gleich viel wie deren Neuerrichtung nur 12 Jahre zuvor... 

Sport-Großevents öfters Millionengrab

Seither gerieten die Versuche der Politik, neuerlich olympische Spiele zu veranstalten, regelmäßig zum Fiasko. In Innsbruck und Tirol lehnte die Bevölkerung einen neuerlichen Anlauf für Olympia sowohl für 2006 als auch für 2026 teils deutlich ab. Salzburg wiederum bewarb sich für 2010 und 2014 gleich zweimal erfolglos offiziell für Olympia, was in einem Skandal rund um dubiose Geldflüsse gipfelte, die nur deshalb letztlich nicht strafrechtlich relevant wurden, weil sie in der Branche als "nicht unüblich" galten. Die Pläne einer gemeinsamen Bewerbung von Graz & Schladming für die aktuellen 2026er-Winter-Olympiade zerschlugen sich, bevor sie konkret wurden.

Demgegenüber stehen hohe Folgekosten im Zuge diverser Sport-Großveranstaltungen. Die 2008 gemeinsam mit der Schweiz ausgerichtete Fußball-EM war am Ende deutlich teurer als erwartet und wurde zum Millionen-Minusgeschäft. Die nordische Ski-WM 2019 in Seefeld kostete nicht nur dutzende Millionen Euro, sondern brachte die Tiroler Gemeinde sogar in finanzielle Turbulenzen. Und nicht nur im Sport stellten sich Großevents letztlich als teuer heraus: Für den Eurovision Song Contest im Jahr 2015 musste die öffentliche Hand ebenfalls Millionen zuschießen. Gut möglich, dass sich die Hoffnungen, bei der Ausrichtung in diesem Jahr würde es anders, wieder zerschlagen. 

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