Babler faselt über Strompreis: Doch keiner will ihn reden hören
Foto: (C) Alois Endl.
Glaubwürdigkeit, Geschick und Gehör sind die Währung politischer Entscheidungsträger. Doch das Personal der schwarz-rot-pinken "Ömpel"-Regierung scheitert grandios an all diesen Parametern. Dies zeigt sich insbesonders bei der Reichweite der Nationalratsreden zu den Mini-Entlastungen im Energiesektor, für die sich die Koalition gerne feiern lassen würden. Denn während die kritische Brandrede von FPÖ-Chef Herbert Kickl am YouTube-Kanal "FPÖ TV" nach zwei Tagen bei über 54.000 Views steht, sind's bei jener von SPÖ-Vizekanzler im selben Zeitraum lediglich rund 250 Personen, welche seine Rede am roten Propaganda-Kanal "SPÖ eins" anschauten...
"Günstiger Strom" als Mogelpackung
Wochenlang warb die Regierung mit medialer Unterstützung, wie billig die Energiepreise doch durch ihr "Günstiger-Strom-Gesetz" nicht würden. In Wahrheit bleiben die Strompreise hoch, das Merit-Order-Prinzip ist unangetastet. Die allermeisten Bürger zahlen weiterhin viel Geld für den Strom. Lediglich für besonders kleine Einkommen gibt's einen "Sozialtarif". Dafür "erkaufte" man sich die Zustimmung der Grünen mit einem Versorgungsposten für einen ihrer Günstlinge und Kohle für die Windrad-Lobby.
Wohl aus Sorge, dass nicht nur die FPÖ, sondern auch das Wahlvolk darin eine Mogelpackung sieht, ließ man in der Woche darauf eine Sondersitzung einberufen. Diesmal ging's um die Senkung der Elektrizitätsabgabe. Was als großer Wurf unter dem Weihnachtsbaum präsentiert wurde, ist in Wahrheit eine auf ein einziges Jahr befristete Ersparnis von 4 Euro monatlich pro Haushalt, während die großen - oft rot-schwarz eingefärbten - Landesenergieversorger weiter Zigmillionen scheffeln.
Kritische Kickl-Brandrede startet durch.
FPÖ-Chef Herbert Kickl ließ es sich daher nicht nehmen, die Sache in einer Brandrede regelrecht zu zerpflücken. Er nahm nicht nur die geringe Ersparnis für Privatkunden aufs Korn, sondern auch den Umstand, dass die Elektrizitätsabgabe für Betriebe auch nach der groß angekündigten "Senkung" weiterhin 16-mal so teuer sei wie im EU-Schnitt. Stocker lasse sich als Wohltäter feiern und wirtschafte in die Tasche der Energieversorger, statt einen echten Systemwechsel anzustreben.
Die Rede schlug einmal mehr ein wie eine Bombe und ist in sozialen Medien der Renner. Alleine auf Facebook wurde das Video der Kickl-Rede über 1.500-mal geteilt, dazu kommen über 10.000 "Gefällt mir"-Angaben. Auch auf YouTube macht die 15-minütige Abrechnung mit der "Mogelpackung" der Regierung gehörig Meter: Über 54.000 Views auf "FPÖ TV" in zwei Tagen zeigen deutlich auf, dass Kickl damit beim Volk einen Nerv getroffen hat - aber umso sicherer macht der Vergleich mit dem Mitbewerber.
Babler schwadroniert ohne Publikum
Denn mittlerweile unterhält auch die SPÖ einen eigenen "YouTube"-Kanal, der mit Startschwierigkeiten - nur 74 Zuschauer bei der Premiere - und der Verharmlosung eines Antifa-Camps auffiel. Und das rote Propaganda-Portal "SPÖ eins" kommt weiter nicht vom Fleck. Die meisten Wochenrückblicke, eigentlich das Herzstück des Programms, haben niedrige vierstellige Aufruf-Zahlen. Doch es geht noch niedriger: Denn nach blauem Vorbild lud man auch die Redes des "großen Vorsitzenden" auf YouTube hoch.
Doch auch die behäbige Babler-Ansprache wurde zum Flop. Das Video, in dem der Vizekanzler in derselben Debatte von einer vermeintlich riesigen Entlastung faselt, stand am Donnerstagabend, zwei Tage nach dem Upload, gerade einmal bei 251 Views. Lediglich eine Rede aus derselben Sitzung von SPÖ-Mandatar Kai Jan Krainer (191 Views) wurde noch seltener angesehen. Ein halbes Jahrhundert nach der "Absoluten" in der Kreisky-Ära wollen nicht einmal die eigenen Funktionäre dem aktuellen Parteichef lauschen...
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