Babler-Eigentor zu teurem Sprit: Kickl rechnet Steuer-Irrsinn vor
Hintergrund: Freepik; Kickl: (C) Alois Endl; Babler: (C) Andreas Babler/Team Basis, Flickr, CC BY 2.0; Screenshot: X; Komposition: Der Status.
Statt in der Regierung mit Maßnahmen zur Entlastung der Bürger beizutragen, tat SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler mit viel Gebrüll am roten Parteitag, das was er am Besten kann: Sich an der in Umfragen haushoch führenden FPÖ abzuarbeiten. Für Situationskomik sorgte der Umstand, dass der alte & neue Chef-Genosse von Kickl forderte, er solle dem Volk die hohen Spritpreise erklären. Denn der lieferte die geforderte Rechnung umgehend - und erinnerte, dass der Großteil davon im Säckel des roten Finanzministers landet.
Im Zweifel immer die FPÖ schuld...
Bei der Sozialdemokratie gilt offenbar das "Recht des Lauteren": Denn mit gewohnt lautem Organ keifte Babler seine Parteitagsrede - von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer Aussendung als "Brüll-Orgie" beschrieben - ins Mikrofon. Dabei ging's aber nicht hauptsächlich darum, wirklich bessere Konzepte für die Österreicher zu entwickeln. Weiß doch selbst der devoteste SPÖ-Parteigänger, dass man bei großen rote Errungenschaften propagandistisch meist zur Kreisky-Ära zurückblättern muss, während man ureigene Konzepte eh nicht an ÖVP & NEOS vorbeibringt.
Also muss eine neue Strategie her - nämlich die Einpeitschung der eigenen Basis darauf, dass man gegen die in Umfragen doppelt so starke FPÖ zumindest per Schmutzkübel eine Chance hat. Man will den Freiheitlichen zehn Jahren nach den Streit um "Türl mit Seitenteilen" und drei Jahre nach der Leugnung einer neuen Asylkrise das Migrationsthema entreißen. Doch den Vogel schoss Babler damit ab, als er mentalakrobatisch einen Grund fand, die FPÖ für die hohen Spritpreise verantwortlich zu machen. Die simplistische Erzählung: Kickl habe doch gewiss Trump bei irgendwas als "Vorbild" und der mache ja mit seinem Krieg schließlich das Öl teuer.
Kickl kontert mit Spritpreis-Wahrheit
Selbst das ist schon skurril genug vor dem Hintergrund, dass die FPÖ unmittelbar nach dem Überfall der USA & Israels auf den Iran zur Deeskalation aufrief und Kickl die Regierung zur Gefahr steigender Ölpreise für einfache Bürger & die Wirtschaft schon vor einer Woche in die Pflicht rief. Babler wollte nun den Spieß umdrehen und schrie in die Menge: "Erklären Sie die hohen Spritpreise den Menschen, Herr Kickl!“ Doch womit der rote Parteichef wohl nicht rechnete: Kaum hatte er ausgeredet, lieferte Kickl just das Geforderte und rechnete dies für Jedermann verständlich vor.
Der größte Teil landet nämlich im Steuersäckel, selbst bei den alten Preise ein Batzen: "Lektion eins, Herr Vizekanzler - von 1,50 Euro pro Liter kassiert der rote Finanzminister zwischen 80 und 86 Cent – also mehr als die Hälfte. Je teurer der Treibstoff, desto mehr kassiert der Staat. Genau da ist sofort einzugreifen. Steuern runter oder Steuern weg. Das ist eine rein österreichische Angelegenheit. Worauf warten Sie, Herr Babler?" Zur Mineralölsteuer kommt noch die CO2-Steuer, den die SPÖ laut Parteitag-Antragskatalog noch für zu niedrig hält. Ein klassisches Babler-Eigentor also, dessen Partei das Match um Volkes Gunst - frei nach Toni Pfeffer - wohl "nimmer hoch gewinnen" wird...
Babler sagt, ich soll die hohen Spritpreise erklären.
— Herbert Kickl (@herbert_kickl) March 7, 2026
➡️ Lektion eins, Herr Vizekanzler: Von 1,50 Euro pro Liter kassiert der rote Finanzminister zwischen 80 und 86 Cent – also mehr als die Hälfte. Je teurer der Treibstoff, desto mehr kassiert der Staat. Genau da ist sofort… pic.twitter.com/Sy1NtQmSgh
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