Wollte 'AfD & CSU brennen sehen'

Anschlag auf AfD-Büro & Werkstatt: Prozess gegen Antifa-Brandstifter startet

Politik
Hintergrund: Freepik (2); Bilddoku: (C) René Dierkes/Facebook; Komposition: Der Status.

Die Antifa-Gewalt gegen Andersdenkende nimmt längst auch keine Rücksicht auf Menschenleben mehr. Dies zeigt auch die ruchlose Vorgehensweise des Angeklagten Julian J., der im Oktober zwei Brandanschläge auf ein AfD-Büro sowie vor einem CSU-Büro verübte. Dass es damals "nur" zu 300.000 Sachschaden in einer benachbarten Werkstatt kam, war offenbar reinem Glück geschuldet. Denn hätten gelagerte Gasflaschen auch Feuer gefangen, hätte es auch Tote im Wohnhaus und angrenzenden Häusern geben können. Zum Prozessstart will nun einer der betroffenen Politiker bei offenen Fragen zum Umfeld des Attentäters nachhaken.

Mainstream blödelt Anschlag herunter

Die "Bild" fasst die Tat im vergangenen Herbst in einem Tonfall zusammen, der die Sache wie einen Lausbubenstreich klingen lässt: Julian J. (21) braucht zwei Anläufe für die ihm vorgeworfene Tat und macht dabei quasi alles falsch: Einmal geht eine Rauchfackel beim Anschlag aus, beim nächsten Mal hilft er mit Benzinkanister nach, bei dessen Kauf ihn die Kamera einer Tankstelle filmte, während Tatwerkzeuge & angesengte Kleidung in seinem Kinderzimmer auftauchten. Man amüsiert sich journalisttisch darüber, dass er "in seinem politischen Kampf 'für die Arbeiterklasse' [...] ausgerechnet einen Handwerker" getroffen hätte.

Denn in der Spenglerei im Erdgeschoss - das AfD-Kreisbüro der beiden Abgeordneten Tobias Teich & René Dierkes befindet sich in der Etage darüber - richtete der Brand einen Schaden von 300.000 Euro an. Ganz wichtig ist es dem Springer-Blatt offenbar, anzugeben, dass das "AfD-Büro [...] fast unversehrt" geblieben sei. Während das Narrativ des Tatverdächtigen vom "Zeichen setzen gegen menschenverachtende Parteien" und gegen den "immer stärker werdenden Faschismus" eine breite Bühne geboten wird und die Möglichkeit einer Bewährungsstrafe diskutiert wird, bleibt ein besonders gefährliches Detail zur Tat im Artikel allerdings völlig unerwähnt.

Menschenleben im Kauf genommen?

Denn just im angezündeten Handwerksbetrieb lagerten - von außen offenbar gut sichtbar - mehrere Gasflaschen. Einsatzkräfte sprachen damals davon, dass bei einer Explosion "schwerste Folgen" gedroht hätten. Und das ist wohl noch gelinde ausgedrückt: Denn im Haus, in dem sich die Werkstatt und das AfD-Büro befinden, wohnen auch Menschen. Auch in benachbarten Gebäuden in der Nachbarschaft, auf die das Feuer sich hätte ausbreiten können, wohnen zahlreiche Familien mit Kindern, die zur Tatzeit teils bereits schliefen. AfD-Politiker Dierkes befürchtet daher, dass der Angeklagte diese "als Kollateralschäden in Kauf nahm".

Und besonders groß scheint die Reue dafür nicht zu sein: Im Anschluss an den ersten Prozesstag am Amtsgericht München erklärte J. noch, dass er weiterhin hoffe, an einer "Widerstandsbewegung zu arbeiten", um so das "System zu Fall zu bringen" - das er offenbar in Form der von allen anderen politischen Lagern ausgegrenzten Opposition wähnt. Einzig der Umstand, dass er eine Werkstätte getroffen habe, scheint ihm Gewissensbisse zu bereiten, rechtfertigt er sich doch mit der Schutzbehauptung, er habe nicht davon gewusst, dass die von ihm angesteckte Lagerhalle zu einem Handwerksbetrieb gehörte.

Offenbar keine Nachforschung im Umfeld

Dierkes, gegen dessen Büro sich der Anschlag richtete, fordert angesichts der Geisteshaltung des "offensichtlich fanatischen und zudem bereits einschlägig vorbestraften Linksextremisten", dass die "volle Härte des Rechtstaates" zur Anwendung kommt. Er hofft, dass das Gericht eine unbedingte Freiheitsstrafe verhängt, da ein mildes Urteil andere Antifa-Extremisten zur Nachahmung oder Verübung weiterer Anschläge inspirieren könnte.

Außerdem kritisiert der AfD-Politiker die Ermittlungarbeit: Denn demnach habe eine Untersuchung des Umfeldes von Julian J. womöglich nicht stattgefunden. Bislang seien untypischerweise keine Informationen ans Tageslicht getreten, ob der Angeklagte eine Nähe zu Parteien oder linksextremen Gruppen aufweist. Alternativ bestehe die Chance, dass dies "aus politisch opportunistischen Gründen derzeit noch der Öffentlichkeit vorenthalten" werde. Dierkes möchte daher "weitere kritische Nachfragen stellen". 

Politikersohn wirft Brandsatz auf AfD-Wähler

Ein solches Näheverhältnis zeigt sich indes bei einem anderen aktuellen Fall aus dem benachbarten Baden-Württemberg. Dort trieb der mutmaßlich linksextreme Sohn einer Ex-Bürgermeisterin - laut eigenen Angaben betrunken - im Schutz der Dunkelheit sein Unwesen. Er warf dort einen Brandsatz auf das Fenster von Wohnhäusern, in denen die Familie eines früheren AfD-Politikers schliefen. Weiter Molotow-Cocktails warf der in Medien als "Landschaftsgärtner Tobias K." benannte Angeklagte auf Polizeifahrzeuge sowie ein Privatfahrzeug, wobei sich eine Person beim Löschversuch am Fuß verbrannt haben soll. Außerdem schmierte er einschlägige Antifa-Parolen. 

Zwar zeigte jener Tatverdächtige - anders als der Antifa-Brandstifter von München - zumindest tätige Reue vor Gericht. Doch auch hier lässt die versuchte Rechtfertigung der Taten tief blicken: Er macht angebliche politische Anfeindungen durch AfD-Mitglieder dafür verantwortlich, dass seine Mutter zuerst mit einer Wiederkandidatur haderte und schließlich die Wiederwahl verpasste. Laut "Compact" soll die offiziell parteilose Politikerin sich selbst mit Anti-AfD-Bannern in sozialen Medien gezeigt haben und zu sogenannten "Brandmauer"-Demos aufgerufen haben. Zumindest gesinnungstechnisch fiel der Apfel dort also wohl nicht allzu weit vom Stamm. 

+++ Folgt uns auf Telegram: t.me/DerStatus & auf Twitter/X: @derStatus_at +++

Dir gefällt unsere Arbeit? Unterstütze uns jetzt mit deiner Spende, damit wir weiterhin berichten können!

Kontoinhaber: JJMB Media GmbH
IBAN: AT03 1500 0043 9102 6418
BIC: OBKLAT2L
Verwendungszweck: Spende

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten