Not macht erfinderisch

Angst vor Wahl-Flop im Burgenland: Grüne titulieren SPÖ als 'rechts'

Politik
Voglauer/Kogler: Karo Pernegger/Die Grünen, Flickr, CC0; Screenshot: X; Komposition: Der Status.

Im Bund und in der Steiermark mussten die Grünen bei Wahlen massiv Federn lassen, bei der Burgenland-Wahl im Jänner droht ihnen sogar der Rauswurf aus dem Landtag. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Also setzt man jetzt auf Altbewährtes Man bezichtigt einfach alle relevanten Mitbewerber, eine "rechte" Politik zu machen. Mit der bereits mehrfach gescheiterten Taktik will man den Absturz in die politische Bedeutungslosigkeit im östlichsten Bundesland noch einmal abwenden...

Es ist nicht das Jahr der Grünen: 40% weniger Stimmen bei der Nationalratswahl, eine Halbierung in der Steiermark. In Vorarlberg und im Bund verlor man die letzten beiden Beteiligungen an Koalitionen. Nur noch in Oberösterreich mit seinem Proporz-System stellt man einen einzelnen Landesrat. Zum Vergleich: Vor 4 Jahren war man im Bund und in fünf Bundesländern an der Macht. Nun werden kurz vor der Landtagswahl im Burgenland die Sorgenfalten immer tiefer, denn eine dortige Umfrage verkündet die drohende Hiobsbotschaft für die Grünen. Also versucht man's im Zielspurt mit "origineller" Anti-Rechts-Rhetorik.

Grünen droht Rauswurf aus Landtag

Klare Nettogewinnerin wäre die FPÖ, die sich auf 25% mehr als verdoppeln würde - Werte die ihr dortiger Spitzenkandidat Norbert Hofer als Parteichef im Bund nie erreichte, ehe er zugunsten Kickls zurücktrat. Die SPÖ kratzt entgegen dem Babler-Bundestrend unter Landeshauptmann Doskozil trotz Verluste noch an der Absoluten (47%). Die ÖVP würde erneut fast 10% verlieren - und für den Rest wird's mit dem Einzug knapp. Die NEOS gelten mit knapp 2% geradezu als chancenlos, aber auch die Grünen müssen befürchten, nach einem Vierteljahrhundert aus dem Landtag zu fliegen. Aktuell liegen sie mit 4% direkt auf der Hürde...

Da ist's nur allzu praktisch, wenn man eine Wahlverliererin als Generalsekretärin in der Hinterhand hat. Olga Voglauer verfehlte nämlich vor 2 Jahren in Kärnten den Einzug deutlich. Laut der damaligen Klubchefin Maurer hatte man damit trotzdem das "Ziel erreicht", und so belohnte man die Architektin dieses "Erfolgs" mit höheren Würden. In ihrer Rolle brillierte Voglauer dann selten. Bei behäbigen Versuche zur Verteidigung von Lena Schilling oder Anti-FPÖ-Schimpftiraden flog sie oft im Tandem mit Noch-Parteichef Kogler. Doch ihr maues "Brandmauer"-Gerade verfing beim Bürger kaum. Jene Großstadt-Bobos, die dafür empfänglich sind, federten stattdessen gar den SPÖ-Absturz ab...

Auch SPÖ: Alle "rechts" außer Mutti

Also passt man die Versager-Taktik für das Burgenland einfach ein wenig an: Man stellt einfach auch die SPÖ als "rechts" dar, um sich als gratismutiger Kämpfer dagegen zu inszenieren. Wörtlich schrieb Voglauer: "Es geht um jede einzelne Stimme: Ob Naturschutz, Transparenz & Kontrolle mit den Grünen weiterhin im Landtag im Burgenland vertreten sind. Oder ob nur mehr drei Parteien dort sitzen, die versuchen sich gegenseitig von rechts zu überholen."

Und auch wenn die dortige SPÖ-Landespartei schon traditionell eher die Heimat vergleichsweise konservativer Genossen ist: Der Eindruck, dass man für eine solche Einstufung selber ziemlich weit links stehen muss, bleibt. Die weitgehend unbekannte grüne Neo-Landessprecherin Anja Haider-Wallner jednefalls tritt als Spitzenkandidatin mit dem Slogan auf: "Lieben Grün als grantig". Am Abend des 19. Jänner wird sich weisen, ob der Spruch dieselbe kurze Halbwertszeit hat wie "Wen würde der Anstand wählen?" im Bund...

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