Schuften bis zum umfallen

Altersteilzeit-Blockmodell vor Aus: GroKo treibt Rentner weiter in die Armut

Politik
Symbolbild: KI-generiert (ChatGPT)

Wer jahrzehntelang gearbeitet und eingezahlt hat, soll künftig noch länger durchhalten: Schwarz-Rot will den beliebten Übergang in den Ruhestand erschweren. Für viele Beschäftigte bedeutet das: weniger Wahlfreiheit, mehr Belastung und ein härterer Weg ins Alter.

Die schwarz-rote Koalition unter Kanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas will das beliebteste Modell der Altersteilzeit abschaffen. Das Blockmodell, das vier von fünf der rund 284.000 Nutzerinnen und Nutzer wählen, soll nun verschwinden. Gleichzeitig soll der Einstieg in die Altersteizeit von 55 auf 58 Jahre angehoben werden. Was als „Reform“ verkauft wird, ist in Wahrheit ein weiterer Angriff auf die Lebensleistung von Millionen Beschäftigten und ein weiterer Schritt, deutsche Rentnerinnen und Rentner systematisch in die Armut zu treiben.

Arbeiten bis zum bitteren Ende

Das Blockmodells funktioniert folgendermaßen: In der ersten Phase wird weiter voll gearbeitet, das Gehalt wird jedoch gestreckt. In der zweiten Phase fließt das Geld weiter, ohne dass gearbeitet werden muss. Für viele, besonders in körperlich anspruchsvollen Berufen, ist das der einzige realistische Weg, den Beruf vor dem endgültigen körperlichen Zusammenbruch zu verlassen. Die Regierung nennt es „Frühverrentungsanreiz“. In Wahrheit ist es für viele Bürger die letzte soziale Absicherung vor dem Ruin.

Wer das Blockmodell streicht, zwingt Menschen, bis zum körperlichen Zusammenbruch zu arbeiten. Die Folgen sind klar: niedrigere Renten, mehr Erwerbsminderungsrenten und mehr Armut im Alter. Schon jetzt rutschen Hunderttausende nach dem Erwerbsleben in die Grundsicherung. Die Regierung verschärft das Problem und verkauft es als demografische Notwendigkeit und Fachkräftesicherung. Das kontinuierliche Teilzeitmodell bleibt zwar formal erhalten, wird aber durch das gehobene Einstiegsalter bis zur Unkenntlichkeit entstellt.

Falsche Prioritäten

Während die Koalition den Älteren den sanften Übergang nimmt, fließt das Geld an allen anderen Enden ungebremst. Milliarden für Rüstungspakete, für Unternehmenssubventionen, für aufgeblähte Bürokratie und für Prestigeprojekte, die niemand braucht. Steuergeschenke für die oberen Einkommensschichten und Konzerne sind selbstverständlich, die Lebensleistung derer, die jahrzehntelang Beiträge gezahlt haben, wird hingegen als Belastung behandelt.

Das Ergebnis ist absehbar: Wer körperlich schwer gearbeitet hat, wird länger schuften müssen oder früher in die Armut rutschen. Ein Staat, der Milliarden für alles Mögliche übrighat, aber den letzten Rest an sozialer Abfederung im Übergang zur Rente streicht, hat seine Prioritäten klar gesetzt. Die Abschaffung des Blockmodells ist kein technisches Detail. Sie ist Ausdruck einer Politik, die Rentnerinnen und Rentner weiter in die Armut treibt und dabei so tut, als gäbe es keine Alternative.

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