AfD erreicht Potenzial nicht: BaWü-Wahl läutet wirtschaftlichen Abstieg ein
Symbolbild: KI-generiert (ChatGPT)
Trotz Krisenstimmung, wirtschaftlicher Unsicherheit und wachsender Kritik an der Politik fällt das AfD-Wahlergebnis weniger gut als erhofft aus. Strategische Fehler im Wahlkampf sorgten dafür, dass ein besseres Resultat ausblieb. Doch wie sollte man, im von wirtschaftlichen Krisen geprägten Baden-Württemberg, mit diesem Wahlergebnis umgehen?
Enttäuschendes Rekord-Ergebnis
Das Ergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg steht nun fest. Trotz einer Verdopplung des Ergebnisses im Vergleich zur letzten Landtagswahl, blieb die AfD stark hinter ihrem Potential zurück. Die Grünen und die CDU erreichten hingegen ein durchaus beeindruckendes Ergebnis, besonders im Kontext von Deindustrialisierung und linker Politik in der Region. Wie es zu diesem Ergebnis kam und welche Konsequenzen man daraus ziehen sollte, werde ich im folgenden Artikel erläutern.
Fehler im Wahlkampf verantwortlich
Der Europawahl-Wahlkampf, des Vorfelds, war ein beispielloser Erfolg unter Jugendlichen. Mit einem Schlag mehrere Millionen Jugendliche zu erreichen und sehr viele davon politisch zu überzeugen, ist eine Leistung, von deren Früchten die Partei heute noch profitiert. Dieser erfolgreiche Online-Wahlkampf dient bereit, in manchen AfD-Ostverbänden als Vorbild und ist der beste Weg, um die Jugend zu erreichen.
In Baden-Württemberg wurde der Wahlkampf im Internet hingegen kaum betrieben. Selbst auf Kanälen, die Werbung machten, wurde schnell klar, dass die Zielgruppe der Beiträge keineswegs Junge Menschen waren. Man hätte also deutlich mehr auf die Jugend setzen müssen. Besonders in Metropolen wie Stuttgart, wäre es ein Leichtes gewesen, mit den richtigen Inputs Jugendliche zu erreichen, die die Zustände an Schulen oder im Alltag satthaben.
Stattdessen versuchte man, ältere Generationen zu mobilisieren. Wenn man jedoch eins aus Wahlstatistiken herauszieht, ist es, dass ältere Menschen kaum AfD wählen und den Altparteien meist treu bleiben. In den nächsten Jahren muss man sich hingegen mehr auf die Jugend konzentrieren. Denn diese - vor allem der schwindende Anteil jener, die nicht migrantisch geprägt sind - wird in zukünftigen Wahlen umso wichtiger sein. Im Idealfall schafft man sich durch gutes Ansprechen junger Menschen sogar treue Stammwähler, die einem ähnlich eisern über Jahrzehnte die Stange halten wie jene Senioren, die heute die Altparteien noch über Wasser halten.
Zwischen ungenützem Potenzial & "Black-Pill"
Dieser und noch viele weitere Fehler im Wahlkampf, unter anderem wurde die Rolle des Vorfelds unterschätzt, führten zu einem, zwar im Vergleich zur Vorwahl passablen, aber dennoch enttäuschendem Ergebnis. 18,8 % sind besonders im Kontext des wirtschaftlichen Abstiegs in der Region schlecht. Allein der Umsatz-Einbruch von Porsche betrifft tausende Arbeitsstellen und noch mehr familiäre Existenzen. In diesem Kontext hätte man ein noch höheres Ergebnis erwarten können, hätte man diese Betroffenen erreicht.
Das Ergebnis zeigt allerdings eine viel unangenehmere Realität auf. Ein Großteil der Bevölkerung unterstützt ein "weiter so" der Zustände. Wie sollte man damit allerdings nun umgehen? Wenn ein Drittel die Grünen wählt, kann man diesen nicht nur Unwissenheit unterstellen, sie wissen, was sie wählen und tun dies bewusst. Das Drittel, das CDU wählt, hat auch nicht viel besser gewählt. Spätestens seit der Politik der letzten Jahre sollte jedem klar sein, dass diese keine Alternative ist, gerade wenn sie danach mit den Grünen koaliert.
"Akzelerationismus" trotzdem ein Irrweg
Wie soll man also von einer notwendigen zeitnahen politischen Wende ausgehen, wenn mehr als zwei Drittel der Bevölkerung, die Parteien, die erst für die Probleme gesorgt haben, wählen? Die Folgen der Deindustrialisierung kommen gerade erst an, das Wähler-Potenzial wird also vermutlich noch steigen, es müsste allerdings in einem unrealistisch hohen Maß in den nächsten Jahren steigen, um zeitnah eine politische Veränderung zu erzielen. Bei Arbeitern hat man bereits heute gute Werte, aber das Nebenprodukt des schleichenden Ruins ist schließlich, dass jene, welche den Altparteien noch treu bleiben, freilich auch mehr zu verlieren haben.
Der wirtschaftliche Niedergang der Region wird also auf kurz oder lang kaum zu verhindern sein. Akzelerationismus aus Hoffnung auf automatisch gute Wahl-Ergebnisse ist dennoch nicht angesagt. Stattdessen muss in den nächsten Jahren der politische Druck auf die Regierung gesteigert werden, um den wirtschaftlichen Selbstmord bestmöglich zu verhindern, beziehungsweise zu schmölern. Denn im Sinne eines intakten Heimatlandes & Wirtschaftsstandort, muss man hoffen, dass der Abstieg langsam genug stattfinden, dass noch genügend davon übrig geblieben ist, wenn die politischen Zustände sich einst ändern.
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