Sogenannte 'Wirtschaftspartei' hat fertig

Absurde Spartipps: ÖVP rät zu Jacke im Haus, Trödeltempo & Fußmarsch

Politik
Symbolbilder: Freepik (2); Zehetner: © Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner (freigestellt); Komposition: Der Status.

Viele Bürger nehmen die Politik der Regierung nur mehr als abgehoben und realitätsfern wahr. Ein weiteres Beispiel dafür lieferte nun ÖVP-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, die mit absurden Spartipps im Stil der ehemaligen grünen Klimaministerin Leonore Gewessler auf sich aufmerksam zu machen versuchte. Kein Wunder, dass die Kanzler-Partei in neuesten Umfragen sogar auf Platz drei abschmierte.

Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. Und wenn man die Politik der Ömpel-Verliererkoalition als Kabarett betrachtet, kann man sogar in Zeiten wie diesen hin und wieder so etwas wie Heiterkeit verspüren. Zwar wird Österreich nach wie vor von multiplen Krisen heimgesucht - die Inflation stieg wieder auf über drei Prozent, Wirtschaftswachstum ist faktisch nicht existent, die Arbeitslosenzahlen steigen und immer mehr Bürger können sich aufgrund der massiven Teuerungen das Leben kaum noch leisten - aber Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Und gerade die Regierung legt es offenbar darauf an, dass der Humor nicht zu kurz kommt. 

Jacke anziehen und weniger Heizen

Grund genug dafür bieten schon die Regierungsmaßnahmen. Ein vegetarischer Lebensmittelkorb, der ab Mitte des Jahres für Einsparungen im Cent-Bereich sorgen soll oder nun die sogenannte Spritpreisbremse, die den um über einen halben Euro verteuerten Liter Treibstoff um maximal 10 Cent günstiger macht. Weil dies bei den Bürger nur für ein müdes Lächeln sorgt - für die "Ersparnisse" kann man sich mit Glück eventuell ein oder zwei Eis kaufen, rückte nun ÖVP-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner aus, um den Bürgern beim Sparen zu helfen.

In einem Interview mit der Gratiszeitung "Heute" gab Zehetner - Gehalt als Staatssektretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus rund 16.562,00 Euro pro Monat - nun Tipps, um den Bürgern das Leben abseits des Regierungsversagens einfacher zu machen. "Ein Grad weniger Raumtemperatur spart sechs Prozent Gas. Also vielleicht daheim eine dünne Jacke anziehen und weniger heizen", rät die Staatssekretärin all jenen, die sich Heizen noch leisten können.

Reifendruck, langsamer fahren oder gleich zu Fuß

Aber auch für Autofahrer gibt es Ratschläge. Weil die Spritpreisbremse ihren Namen nicht wert ist und auch nicht hält, was sie verspricht, solle man auf den Reifendruck achten, da sich dies auf den Spritverbrauch auswirke. Zudem erklärt sie weiter:  "Freiwilliges Tempo 100 statt 130 auf der Autobahn verbraucht 25 Prozent weniger Sprit. Das spürt man im Geldbörsel" - im Gegensatz zur Spritpreisbremse, die laut ÖVP-Kanzler Stocker pro Tankfüllung 5 bis 6 Euro Ersparnis bringt, was "eine wesentliche Entlastung" sei?

Wer sich Autofahren dennoch nicht mehr leisten kann, etwa weil sein Gehalt etwas unter dem Einkommen einer "beratungsfreudigen" Staatssekretärin liegt, "kann vielleicht manchmal einen Bus nehmen oder zu Fuß gehen", so Zehetner, denn das spare nicht nur Energie, sondern auch Geld – und sei im Falle des Zu-Fuß-Gehens zusätzlich gesund. Und wenn man barfuß geht, nutzt man nicht einmal die Schuhe ab...

Schwarze Riege auf grünen Spuren

Um das Versagen der Regierung zu kaschieren, erklärt Zehetner auch bezüglich eines staatlich verordneten Tempolimits: "Ich glaube nicht, dass es die Aufgabe des Staates ist, sich in die höchstpersönliche Lebensgestaltung der Menschen einzumischen." In anderen Bereichen sind da ÖVP, SPÖ oder die anderen Einheitsparteien bekanntlich weniger zurückhaltend.

Die Einlassungen der ÖVP-Staatssekretärin erinnern dabei an die Ratschläge von Politikern zu Beginn des Ukraine-Krieges, auf Duschen zu verzichten und einen Waschlappen zu benutzen, ebenfalls weniger zu heizen und für den Sieg zu frieren und sich mit Liegestützen aufzuwärmen oder den legendären "Deckel auf den Topf" der ehemaligen grünen Klimaministerin Leonore Gewessler.

Auch Ex-ÖVP-Kanzler Karl Nehammer glänzte bekanntlich mit Tipps und empfahl einfach, bei einer bekannten Fast-Food-Kette zu speisen. Auch der zwangsfinanzierte ORF gab vor geraumer Zeit Menüvorschläge ab, die wohl kaum auf dem Speiseplan der Kantine am Küniglberg landen, so etwa Spaghetti mit Ketchup - einfach, preiswert und wenig nahrhaft - Der Status berichtete.

ÖVP nur noch auf Platz drei

Bei so viel Einsatz für das Wohl der Bürger, ist es fast überraschend, dass die ÖVP bei jüngsten Umfragen nur noch auf Platz drei landet. Immerhin könnten die Bürger die gutgemeinten Ratschläge mit ein paar Prozentpunkten goutieren. Aber eine aktuelle Umfrage der "Lazarsfeld Gesellschaft" für oe24 zeigt, der selbsternannten Wirtschaftspartei nehmen die Bürger die Kompetenz nicht mehr ab.

Denn mit einem Verlust von 3% landet die ÖVP auf 18 Prozent und damit sogar knapp hinter der Babler-SPÖ, die es auf 19% schafft. Die Neos landen mit 8% auf Platz 5 hinter den Grünen, die immer 11% erreichen. Somit kommt die Verliererkoalition auf lediglich 45% - und hätte somit keine parlamentarische Mehrheit mehr. An der Spitze steht, wie seit Wochen, unangefochten die FPÖ mit 36 Prozent. 

Aber auch die SPÖ ist sich angesichts weiterhin katastrophaler Wert des Privilegs sicher, für Spott nicht gesondert sorgen zu brauchen:

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