Weil Steuergeld ja nichts kostet...

100.000 Euro: So teuer war Stockers Kaffeefahrt zur Fußball-WM

Politik
Symbolbilder: Magnific (2); Stocker: © European Union, 1998 – 2026, Wikimedia Commons (Attribution); Komposition: Der Status.

Das Volk soll den Gürtel enger schnallen, aber die Regierung lebt selbst auf großem Fuß. Nirgendwo wird dies deutlicher als bei der Reiselust der "Ömpel", deren Vertreter pro Quartal eine siebenstellige Summe verfliegen. Nun stellt sich heraus: Alleine die Fahrt zur Fußball-WM von Christian Stocker (ÖVP) kostete den Steuerzahler stolze 100.000 Euro. Aus Sicht der FPÖ ist der schwarze Kanzler damit nun endgültig rücktrittsreif.

Über 100.000 Euro für Stocker-WM-Trip

Alleine die Flüge für Stocker & seine Entourage nach Übersee kosteten 57.750 Euro, zudem schlugen das Hotel mit 32.000 Euro und Mietwägen für rund 13.000 Euro satt zu Buche. Dies sind laut Medienberichten freilich erst Schätzungen aus dem Kanzleramt, die exakten Kosten müssen noch ermittelt werden. Insgesamt muss der Steuerzahler sogar circa 102.750 Euro dafür zahlen, dass ÖVP-Kanzler Christian Stocker sich vor Ort anschauen konnte, wie das Nationalteam gegen Messis Argentinien mit 0:2 verlor.

Dass man den Bürgern solche Unkosten schwer vermitteln kann, wenn man zugleich für Sparpakete zum Leidwesen der ohnehin inflationsgeplagten Österreicher verabschiedet, ficht das Kanzleramt allerdings nur mäßig an. Schließlich habe man doch auch ein Konsulat für 3 US-Bundesstaaten eröffnet und mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft gesprochen. Und überhaupt sei ja Strache als Sportminister vor 8 Jahren zur WM nach Russland gefahren. Detail am Rande: Damals hatte man aber ein ausgeglichenes Budget... 

Vom Edelfan zum Zufallsstadionbesuch?

Überhaupt dementiert Stockers Team auch, dass das WM-Spiel irgendein zentrales Augenmerk der Reise gewesen sei. Vor zweieinhalb Monaten, als das Land nach der erstmaligen WM-Qualifikation nach 28 Jahren noch im kollektiven Fußballfieber war, kommunizierte man dies noch anders. Man ließ den Kanzler mit Fan-Utensilien ablichten und vermarktete die Reise entsprechend. Nun, wo man sich nicht mehr in Ruhm unserer WM-Helden sonnen kann, soll das Spiel aber plötzlich nur noch Beibrot gewesen sein. 

Bevor sich Stocker das Spiel gegen Argentinien im Stadion gönnte, hatte bereits SPÖ-Vizekanzler & Sportminister Andreas Babler eine Stippvisite zum Team in Kalifornien eingelegt, das dort sein Quartier aufgeschlagen hatte und letztlich auch sein Eröffnungsspiel gegen Jordanien (3:1) dort austrug. Dabei vollbrachte Babler - an dessen Kompetenz inzwischen auch Parteifreunde öffentlich zweifeln - das Kunststück, sich zu blamieren, indem er unser Herren-Nationalteam kurzerhand genderteDer Status berichtete.

"Riesenskandal": FPÖ fordert Stocker-Rücktritt

Scharfe Kritik an den Kosten der viertägigen USA-Reise Stockers übt indes FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz, nachdem eine Anfrage seiner Partei die Zahlen ans Licht brachte: "Diese abgehobenen Versager zerstören unser ganzes Land und leben gleichzeitig wie die Bonzen im Elfenbeinturm. Während sich Stocker auf Kosten der Steuerzahler einen Luxus-Trip in die USA gönnt, fällt seine Partei der eigenen Bevölkerung in den Rücken. Das ist ein Riesenskandal!"

Die hohe Summe stehe "in krassem Widerspruch zur aktuellen Belastungswelle" duch die Regierungspolitik. Während man etwa Bauern und Standort mit einem "völlig irren Klimagesetz mutwillig kaputt" mache, führten man ein "fürstliches Leben in Saus und Braus." Er legte dem Kanzler einen Rücktritt nahe: "Schluss, aus, Ende! Diese Herrschaften haben jeden Bezug zur Realität verloren." Die Bürger hätten sich nicht verdient, von "derart abgehobenen Regierungsdarstellern in den Abgrund geführt zu werden.

Letztes Quartal: Regierung verflog fast 2 Mio. 

Noch unbeantwortet sind indes freiheitliche Anfragen an sämtliche Ministerien zu deren insgesamten Reisekosten im letzten Quartal. Fix dürfte indes bereits sein, dass diese auch neben der WM-Trips von Stocker & Babler samt jeweiliger Entourage erneut exorbitant hoch sein dürften. Nachdem die Regierung schon im Vorjahr in nur drei Monaten fast 1,2 Mio. Euro verflog, toppte man dies im 1. Quartal dieses Jahres mit einer Summe von annähernd 1,75 Mio. Euro - Der Status berichtete

Spitzenreiter waren das Verteidigungsministerium mit über 540.000 Euro und das Außenministerium (rund 400.000 Euro), aber auch Finanzministerium (knapp 150.000), das Bundeskanzleramt (rund 120.000), das Landwirtschaftsressort (etwa 115.000) und das Innenministerium (fast 135.000 Euro) verbuchten sechsstellige Summen. Gleich mehrere Minister - darunter Vizekanzler Babler - wollten aber keine Detailrechnung preisgeben, indem sie sich hinter dem angeblichen "Verwaltungsaufwand" versteckten... 

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