Student (18) verblutet, da des Rassismus bezichtigt: Was ist Anarchotyrannei?
Bild: Henry Nowak, Polizei des Vereinigten Königreichs
Im Vereinigten Königreich verblutet ein junger Mann in Handschellen, weil sein Angreifer ihm Rassismus vorwirft. Jetzt steht Vickrum Digwa vor Gericht. Der Mordfall Henry Nowak zeigt, wohin kulturelle Sonderrechte und Multikulti-Illusionen führen.
Am 03. Dezember letzten Jahres trug der Sikh Vickrum Digwa seinen Kirpan, einen zeremoniellen Dolch mit langer Klinge, offen mit sich umher. Offen Messer zu tragen, noch dazu solche mit derartig langen Klingen, ist in Großbritannien eigentlich verboten. Den Sikhs wird dies jedoch erlaubt, da dies Teil ihrer Kultur sei - die Sikhs sind eine aus Indien stammende religiöse Gruppe, die sich vor Jahrhunderten als Reaktion auf das muslimische Mughal-Reich gegründet hat, traditionell oft als Leibwächter eingesetzt werden. Die ehemalige Premierministerin Indiens, Indira Gandhi, wurde auch von ihren Sikh-Leibwächtern ermordet.
Henry Nowak, ein achtzehnjähriger Student im ersten Semester filmte ihn, weil er vom Anblick verständlicherweise befremdet war. Digwa erstach ihn daraufhin. Nowak versuchte zu entkommen, Digwa rief die Polizei und behauptete, Nowak habe ihn rassistisch beleidigt. Nowak verblutete in Handschnellen. Die Polizei fand später das Smartphone von Nowak in der Tasche von Digwa, darauf ein Video des gesamten Tathergangs.
Der Staat kann seine Bürger nicht schützen
Für den britischen Staat hat eine erfundene rassistische Beleidigung offenbar höhere Priorität als einem blutüberströmten jungen Mann rechtzeitig medizinische Hilfe zukommen zu lassen.
Aktuell wird der Fall vor dem Gericht Southampton verhandelt. Digwa weist den Vorwurf des Mordes und des Tragens von Waffen in der Öffentlichkeit zurück, wohl aus dem Grund, dass für ihn die Sondergenehmigung für Sikhs gelte. Seine Mutter steht wegen Beihilfe und Entfernung der Tatwaffe ebenfalls vor Gericht.
Der paläokonservative Theoretiker Samuel T. Francis stellte Anfang der 1990er Jahre den Begriff der Anarchotyrannei vor. Im Grunde ist dieser einfach erklärt: Der Staat sieht weg bei handfesten Gewalttaten bestimmter Gruppen beziehungsweise schafft es nicht, das Volk davor zu beschützen und bestraft normale, sozial integrierte Bürger wegen irgendwelcher Lappalien. Das Konzept erklärt vieles, es wird jetzt auch im deutschsprachigen Raum bekannter, erst kürzlich erschien bei Antaios ein Kaplaken-Band des YouTubers Schattenmacher zu dem Thema.
Eine immer heterogener werdende Gesellschaft, bei der man sich nicht einmal mehr auf einen gemeinsamen Nenner einigen kann und Gewalttäter sich notfalls auf kulturelle Unterschiede berufen kann, steuert wohl automatisch auf einen solchen Zustand hin.
Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt und sich hierbei nicht nur auf den Mainstream, sondern auch über Alternativmedien informiert, weiß dies schon längst. Wie sollen sonst Fälle wie den der Hamburger Gruppenvergewaltigung, bei der nur einer der neun Täter eine Bewährungsstrafe erhielt, eine junge Frau, die einen der Täter beschimpfte aber in den Knast wanderte, gedeutet werden? Oder die allseits bekannte Schwachkopf-Affäre? Oder der Fall der Studenten, der wegen einiger Tweets mit dem Hashtag #Drecksstaat aufgrund einer "Delegitimierung der BRD" verklagt wurde - Der Status berichtete? Oder die Tatsache, dass der syrische Mörder von Philipps Tsanis den Polizeigewerkschafter Manuel Ostermann mit Unterstützung seines deutschen (!) Anwalts auf 25000 € verklagte, weil dieser ihn in seinem Buch bei Namen genannt hatte - Der Status berichtete? Besonders unangenehm: Das System hat jede Menge willfährige Mitläufer, die finden, die jeweiligen Opfer hätten es ja schon irgendwie verdient gehabt.
Der Fall in Großbritannien ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass der Multikulturalismus gescheitert ist. Zurück bleibt die trauernde Familie von Henry Nowak und die Gewissheit, dass der Staat nicht auf der eigenen Seite steht.
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