'Mutter aller Probleme' runtergedodelt

Streit um Remigration: 'Ömpel' schäumt & jongliert unehrlich mit Zahlen

Migration
Symbolbild: Magnific

Der Zahl der Migranten in Österreich wächst rasant, selbst bei Asylanten findet keine echte Schubumkehr statt, regelmäßig sorgen straffällige & integrationsunwillige Ausländer mit Gewalttaten für Schlagzeilen. Und dazwischen ständig dasselbe Schauspiel: Fordert die FPÖ eine konsequente Linie zum Thema fordert, versucht die ÖVP mit PR-Inszenierungen & Zahlenspielen ihr Versagen zu vertuschen, während für die SPÖ schon wieder Vorboten dunkler Zeiten sieht. Jüngster Anlass war nun die Veröffentlichung eines Remigrationssongs.

"Remigrationssong" ärgert ideenlose Regierung

Alles begann am Freitag, als die FPÖ das Lied "Airbert One - Der Remigrationssong" veröffentlichte. Darin bekennt man sich u.a. zum Begriff der "Remigration", der ein Maßnahmenbündel meint, um eine Tendenzwende in Migrationsfragen zu vollbringen. Dies gilt v.a. im Hinblick auf illegale & integrationsunwillige Zuwanderer.. Die eingängige Melodie samt launigem Text hat Ohrwurm-Qualität und bringt auch "stilistische Zweifler" (wie den Autor dieser Zeilen) zum Mitsingen. Es wäre keine Überraschung, wenn das Lied die kommende Zeltfest-Saison aufmischt und zu später Stunde zum Gassenhauser der patriotischen Jugend wird.

Gar keine Freude damit, dass die in Umfragen haushoch führende FPÖ einen sprichwörtlichen Lauf hat, bei dem Augenzwinkern und politische Botschaft sich zu einer authentischen Aufbruchstimmung vermengt, hat die strauchelnde schwarz-rot-pinke "Ömpel". Die macht ohnehin den Eindruck, dass sie das Match um den Wähler "nicht mehr hoch gewinnt": Die Beiträge im roten Propagandakanal "SPÖ eins" erreichen meist nur dreistellige Seherzahlen und ÖVP-Kanzler Stocker traut sich ohnehin nur mehr ins "Bürgergespräch", wenn das Publikum vorab mithilfe von Politologen dafür händisch ausgewählt wurde. Also probiert man eben, die Luft mit anderweitigen Ausritten zum Scheppern zu bringen.

Der schwarze Abschiebungs-Schwindel

Da wäre einmal ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti, der sich einerseits über einen angeblich "rechtsextremen Kampfbegriff" aufregt, aber andererseits behauptet, dass ÖVP-Innenminister Gerhard Karner angeblich mehr Personen abschiebe als Herbert Kickl in dessen Jahren im Ressort und wirft auch noch den "Kein Hardliner"-Brunner, der Syrien tendenziell für zu unsicher für Rückführungen hält, als schwarzen EU-Migrationskommissar in die Waagschale. Man wähnt eine Bilanz von 14.200 zu 12.600 außer Landes gebrachten Personen als gegeben, freilich nach dem absoluten Karner-Asyl-Rekord vor 4 Jahren (über 112.000 Anträge) von einem höheren Potenzial ausgehend.

Doch selbst diese Zahlenspiele dürften nicht der Realität entsprechend, wie FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz postwendend aufklärte. Denn während es in den beiden Kickl-Jahren mehrheitlich um tatsächliche Abschiebungen und zwangsweise Ausweisungen handelte, rechnen die schwarzen Granden auch die 53% an freiwilligen Ausreisen zu ihrer "Abschiebungszahl". Zudem bedeuten 260.000 Asylanträge in der Karner-Ära den mehr als zehnfachen Wert der Kickl-Ära - die antragsärmste Zeit der jüngeren Vergangenheit. Außerdem habe der FPÖ-Chef in seinen beiden Jahren im Innenressort auch 455 Afghanen abgeschoben - in sechs Karner-Jahren sind es mit 202 nicht einmal halb so viele.

Rote Zahlenspiele im Gesundheitswesen

Aus einer anderen Richtung kommen hingegen die roten Zahlenspiele. SPÖ-Geschäftsführer Klaus Seltenheim behauptet, Kickl würde über "Massenabschiebungen" fantasieren, was "brandgefährlich" sei. Er erklärt, dass in Österreich bis zu 132.000 Menschen ohne österreichischen Pass im Gesundheits-, Sozial- & Pflegebereich arbeiten, ohne diese sei man "aufgeschmissen". Wie Fachkräfte-Anwerbung bei den Genossen aussieht, zeigt sich im Burgenland - das "Manila-Experiment" von Doskozil & Co. kostete den Steuerzahler rund 1,8 Mio. Euro, aber angepriesen werden die Stellen auf philippinischen Portalen teils zum Hungerlohn von 1.060 Euro pro Monat - Der Status berichtete.

Im Detail zeigt sich die Verzerrung: So stammten 2017 von ca. 85.000 Personenbetreuern für 24-Stunden-Pflege über 80% aus der Slowakei oder Rumänien, beliebte Herkunften waren zudem Ungarn, Kroatien, Bulgarien & Polen. Auf EU-Bürger zielt ein blaues Remigrationsprogramm aber gar nicht ab. Ähnlich bei den 47.674 Ärzten, welche die Ärztekammer etwa vor 6 Jahren zählte. Von 5.297 Ausländern (ca. 11%) stammten 2.153 aus Deutschland, auf den Plätzen folgten Italien (593) und Ungarn (470). Erst auf Platz 10 kam mit Bosnien (78) das erste Nicht-EU-Land, während Syrien mit 44 Ärzten (0,1% der Gesamtzahl) - unter 104.000 Syrern in Österreich wohlgemerkt - nur auf Rang 17 lag.

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