Karners Asyl-Hütchenspiel: 4.249 Afghanen rein, einer raus
Flugzeug: Freepik; Migranten: Gémes Sándor/SzomSzed, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; Komposition: Der Status.
Nach der medialen Inszenierung um die Abschiebung zweier Syrer ins Heimatland, läuft der schwarze PR-Tross auch bei der ersten Rückführung eines Afghanen an den Hindkusch auf Hochtouren. Man will sich als Asyl-Hardliner präsentieren, doch die Sache hat einen Schönheitsfehler. Denn im laufenden Jahr gab es bereits wieder 4.249 Asylanträge in Österreich durch Afghanen.
Schwarze PR-Show um Einzelabschiebung
Erstmals seit vier Jahren fand wieder die Abschiebung eines Afghanen (31) in sein Heimatland statt. Der Mann machte sich u.a. wegen eines schweren Sexualdelikts sowie schwerer Körperverletzung strafbar, saß zuvor insgesamt 4 Jahre lang auf Steuerzahler-Kosten in Österreich im "Häfn". Sage und schreibe 7 Jahre nach der Aberkennung des Status als subsidiär Schutzberechtiger und nach Ablehnung des dritten Asylantrags im Vorjahr kommt Karner, vor 3 Jahren Architekt des absoluten Asyl-Rekords, also in die Gänge.
Verkauft wird die Sache mit der üblichen Fanfare: Karner rühmt sich selbst für seinen "harten und notwendigen Weg", den er "konsequent" fortsetze. Ähnlich pompös ließ er sich bereits bei der Außerlandesbringung zweier Syrer im Juli respektive zu Monatsbeginn feiern. Bei Afghanen hat man's mit der Abschiebung auch generell nicht eilig: Selbst in Drittländer wurden von Jahresbeginn bis Ende Juli gerade einmal 13 afghanische Staatsbürger überstellt - Der Status berichtete.
Afghanen-Asyl boomt munter weiter
In Wahrheit sind die Scheunentore weiterhin offen. Mit 4.249 Asylanträgen in diesem Jahr nimmt das Land im Mittleren Osten die unrühmliche Spitzenposition ein. Fast jeder Dritte der in den ersten neun Monaten des Jahres gestellten 13.032 Gesuche stammte somit von einem Afghanen. Es ist nur teilweise eine Folge des weltfremden EuGH-Urteils, das Afghaninnen ein pauschales Asylrecht in Europa zubilligte. Denn bei Asylwerbern unter 18 Jahren machen männliche Afghanen weiter fast 99% der Anträge aus.
Auf die numerische Diskrepanz weist auch FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann hin: "Die ÖVP feiert einen Tropfen auf den heißen Stein und hält gleichzeitig die Schleusen für die illegale Masseneinwanderung weiter sperrangelweit offen. Wie schon bei den Einzelabschiebungen von Syrern, versucht sie auch bei dieser Abschiebung eines einzigen Afghanen die Bevölkerung für dumm zu verkaufen." Einzelne Rückführungen würden nichts am Asyl-Chaos ändern, an dem die ÖVP die Hauptverantwortung trage.
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