So a Schmarrn: Regierung wü an Dialekt-Kurs fia d' Asylanten
Migranten: Freepik; Plakolm: (C) BKA/Dunker, Wikimedia Commons, CC BY 2.0; Kompositon: Der Status.
Oiso a Regierung homma, des is klass! Wia ma a Laund fiaht, des woaß vo dena Großkopfadn eh koana. Oba wei's oi a weng dramhappat san, deafan d' Asylanten boid leana, wie ins oi da Schnobi gwoxn is. Wei donn werd des bei'd mehran mid da Integration scho bassert wean und se woin neama dauni. Waun's di Schwochschwoaba do scho feigit und du goa nix gneißt, deafst di oba glei söwa eischreim, wei' d' neiche Integrationsphas'n muaßt eh ois Doiga a moch'n, zweg's waun a Göd van Stood wuist. Ein Kommentar über den Sinn & Unsinn der jüngsten Sprachkurs-Reform der Regierung...
Für Sprecher des Standarddeutschen: Eine Übersetzung der Dialektpassagen findet ihr am Ende des Beitrages. ;-)
Deutschkurs jetzt mit Dialekt-Anteil
Ma, I sog's enkh glei: I bin ja selwa a Tirolerbua, den wo's nach Oberöschtareich verschlagn hat, und außerhean tiat mas allm no, womma gscheit zualost. Aba als vorbildlicha Exilant hun I ma halt denkt, a bissl unpassn derfsch di scho. Und so kimmb a zachs Khaudawelsch ohne Händ & Fiaß aussa, siggsch ja. Woar halt a alls d' oampfachera Numma, mi hätts ja a in Bregenzerwald verschlogn khennen, und da wissasch halt glei, wenn I "oas - zwo - drü" zähln miaßat, nand "goahrt des goar nünt". Außerdem wissat a jeder, dass I a Zuagroasta bin, weil I decht nit Feurstein oder Meusburger hoaß. Ins Landl do pass I mit'n langen Nachnamen ja eh guat hin, schreibb zmindigscht koana mehr falsch!
Ihr versteht in beiden Absätzen nur Bahnhof? Verzagt nicht: Nach den Plänen von ÖVP-Integrationsministerin Claudia Bauer (der verheiratete Name ist Programm) sollen Deutschkurse für Zuwanderer bald angepasst werden. Zum Präsenzunterricht gesellt sich mehr Selbststudium - und ab dem B1-Sprachniveau auch Lehre in den örtlichen Mundarten. Offiziell geht's dabei um die Vermittlung von "praktischem Sprachgebrauch". Also lässt man Dialektbegriffe in den Spracherwerb einfließen, damit in Wien Herr Abdelsalah aus Syrien bei Eröffnung eines Cafés in "Sehntebisirk" erklären kann, dass bei ihm A, B & C für "heast, Hawara: Anfache, Brima & Camgmischte Kaffee" stehen.
FPÖ kritisiert Ömpel-"Schildbürgerstreich"
Entsprechend spricht FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer Aussendung nun von einem "Schildbürgerstreich", durchgeführt von einer Regierung, welche "jeden Bezug zur Lebensrealität der Menschen verloren" habe. Man biete flexible Kurszeiten, Kinderbetreuung und eigene Lernräume, wie in einem "All-Inclusive-Club für Zuwanderer". Obwohl es auch nach Angaben der Ministerin im Vorjahr satte 10.000 Kursabbrüche gab, greife man nicht mit eiserner Hand durch, sondern führe den Kuschelkurs mit neuen, teuren Angeboten fort. Besonders skurril sei dabei der Kursausschluss als mögliche Sanktion für die Verweigerung der Sprachkurse.
Vielmehr müsse man Personen, welche den geforderten Verpflichten nicht nachkommen, "sofort und radikal" alle Leistungen streichen. Für Integrationsverweigerer müsse die Abschiebung - nicht der nächste Kurs - die einzige Perspektive sein. Obwohl das Sozialsystem "kracht wie eine Kaisersemmel" und immer mehr Österreicher unter der Teuerung leiden, buttere die Regierung "Milliarden Euro in Asylprogramm & die Asylindustrie", so Schnedlitz. Die neue Scheinreform sei jedenfalls ein "Beweis für das Totalversagen der Systemparteien". Es brauche nämlich "keine Dialekt-Kurse, sondern eine 'Festung Österreich' für ein sofortiges Ende dieser illegalen Masseneinwanderung".
Dialekt auch als Inländer-Integration?
Ganz unrecht hat der blaue General mit dieser Kritik nicht. Aber wie sagte NEOS-Staatssekretär Sepp Schellhorn doch: Wir sollen nicht so "mieselsüchtig" sein. Vielleicht haben die Dialekt-Kurse ja auch eine versteckte Attraktivität. Denn die Regierung kündigte vollmundig an, vor der Gewährung von Sozialhilfe eine mehrjährige "Integrationsphase" einzuführen. Allerdings kommt diese laut SPÖ-Sozialministerin Korinna Schumann auch für Österreicher in Not, die auf die öffentliche Hand angewiesen sind. Zwar behauptet sie, dass Einheimische nicht in Deutsch- oder Wertekurse geschickt würden, sondern beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt unterstützt werden sollen.
Aber nun würden böse Zungen behaupten, dass man das nicht so streng sehen muss, wenn doch Dialekte vermittelt werden. Vielleicht lässt sich der Studienabbrecher aus Wien ja besser vermitteln, wenn er mit der Erfahrung seines Nachtclub-Kellner-Jobs und ein paar Wortfetzen im Pinzgauer Dialekt nächste Saison eine Almhütte oberhalb Kaprun schupfen kann. Und wer sagt schon, dass Steirerbuam nur "very good for Hollywood" sein müssen. Mit etwas alemannischem Kolorit in der Mundart klappt's für jemanden, der seit dem Werkschluss des Bärnbacher Remus-Werks arbeitslos war, vielleicht auch als Pistenbauer für die nächstjährige Freeski- & Snowboard-WM im Montafon...
Übersetzung für Personen jenseits des Weißwurst- & Spätzleäquators:
Also wir haben eine Regierung, die ist unglaublich klasse! Wie man ein Land führt, davon haben diese großkotzigen Leute keine Ahnung. Aber weil sie ein wenig in ihrer eigenen Traumwelt leben, dürfen die Asylanten bald lernen, wie unsereins der Schnabel gewachsen sind. Und so wird das bei der Mehrheit mit der Integration schon klappen und sie wollen nie wieder weg. Wenn es dich Schwächling schon jetzt fuchst und du keinen blassen Schimmer hast, darfst du dich gleich selbst einschreiben. Denn die neue Integrationsphase musst du ja auch als Einheimischer machen, wenn du Geld vom Staat willst.
Nun, ich sage es euch gleich. Ich bin ja selbst ein Tiroler Bub, den es nach Oberösterreich verschlagen hat, und das hört man immer noch raus, wenn man genau lauscht. Aber als vorbildlicher Exilant habe ich mir gedacht, ein wenig Anpassung geht immer. Und so kommt eine wilde Mischform heraus, die nicht Fisch & nicht Fleisch ist, sieht man doch. War aber auch eine einfachere Sache, schließlich hätte es mich ja auch in den Bregenzerwald verschlagen können. Und dort wüsste man gleich, wenn ich "oas - zwo -drü" zählen müsste, dass das absolut nicht zusammenpasst. Und es wüsste jeder, dass ich ein Auswärtiger bin, da ich weder Feurstein noch Meusburger heiße. Da passe ich schon besser nach Oberösterreich, wo man meinen langen Nachnamen wenigstens nicht falsch schreibt.
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