Als Leitprogramm alternativlos

Remigration als Schicksalsfrage: Die Gefahren der 'Salatschüssel'

Meinung
Symbolbild: KI-generiert (Grok).

Der deutschsprachige Raum ist - wie die meisten westeuropäischen Länder - heillos überfremdet. Dies macht eine Remigrationspolitik zur maximalen, zukünftigen Mammutaufgabe. So sehr, dass es unter Rechten zusehends die Ansicht breitmacht, dass man punktuell von deren maximaler Umsetzung absehen wird müssen. Das Heil wäre demnach, dass man "Klein-Istanbul" in jeder mittleren Großstadt tolerieren muss, um andernorts deutsche Leitkultur bewahren zu können. Dieser Überlegung liegt allerdings Gedankenfehler zugrunde.

Das Überfremdungsproblem der Städte

Nach mehrfacher Lektüre des Meinungsstücks von Niels Lauenstein muss ich eingestehen: Mein junger Kollege hat in weiten Teilen recht. In zahllosen Städten in Deutschland - und Österreich - ist die Messe bereits gelesen. Unvergessen ist die Aufregung über den "Wien noch Wien"-Sager eines FPÖ-Politikers, doch letztlich sah dieser sich tatsächlich mit einer Schulklasse konfrontiert, in der kein einziges Kind ohne Migrationshintergrund saß. Dort stellt sich als zurecht die Frage: Wie naiv muss man sein, um zu glauben, dass sich diese demographische Übermacht an eine ominöse Leitkultur anpassen wird, die vielerorts nur noch auf dem Papier existiert?

Doch auch in der Provinz sieht man die Effekte der Massenmigration immer deutlicher. Ich lebe im Innviertel, einer malerischen, ländlichen Gegend und konservativ-patriotischen Hochburg, wo lebendige Leitkultur gelebt wird und zigtausende Menschen zu einem Blasmusik-Festival strömen. Im nahegelegenen Mittelzentrum klappt der "Schmelztiegel" sogar scheinbar. Schüler mit sichtbarem Migrationshintergrund sprechen selbstverständlich Dialekt und schunkeln alle zwei Jahre beim Volksfest in Tracht mit ihren gleichaltrigen Kollegen. Und doch ist der Unterschied zum ländlichen Umfeld massiv und man fragt sich abseits der Postbus-Haltestellen oft, ob man noch in Österreich ist.

Ebenfalls als Nachlese zum Thema relevant ist folgender Kommentar unserer Ex-Kollegin Bernadette Conrads:

Assimilation ist kein Kindergeburtstag

Selbst in Kleinstädten verändert sich das Stadtbild. Jedes Jahr weichen heimische Gastronomen, der nächste türkische Schnellimbiss nistet sich in Nachbarschaft zum "Barbershop" ein. Dass die dortige Pizza mitunter eine Gaumenfreude ist, ändert nichts an der Verschiebung der demographischen Realitäten, bei der "einheimische Originale" jährlich grauere Häupter haben, während die junge Generation zunehmend aus aller Welt stammt. Ob die ideale Vorstellung patriotischer Menschen ist, den Geburtstag der eigenen Kinder mit drei Türken, vier Syrern und fünf Indern in Lederhosen beim örtlichen Dönermann zu feiern, der zwar Jussuf heißt, aber den alle "Sepp" nennen, sei dahingestellt.

Tatsächlich findet die Assimilation selbst in Klein- und Mittelstädten in beide Richtungen - und aufgrund der Demographie immer stärker in Richtung der Gastkulturen - statt. Und dies erschwert in der Perspektive ein effektives Remigrationsmodell, wenn es mit nur "wohltemperierter Grausamkeit" und wenigen "hässlichen Bildern" auskommen will. Die Grenze zwischen dem Hilfsarbeiter "Musti", der zwar kein Schwein isst, aber sich mit Österreich-Flagge um die Schulter besäuft und seinem Cousin Mustafa, der konservative Werte pflegt, aber neben dem Managerposten bei den "Grauen Wölfen" einkehrt, ist oft so fließend wie akademisch. Was mit ihren Kindern, die noch "formbar" sind?

Anpassen oder Remigration

Und doch ist's notwendig, dass man genau diese Unterscheidungen trifft: Wer sich auf Gedeih & Verderb der neuen Kultur verschreiben will, soll Landsmann werden können. Wer kein Herz für unser Land hat, muss gehen. Ersterer muss noch lange nicht auf türkischen Tee aus der Heimat verzichten. Letzterer mag noch so hochqualifiziert sein - er soll mit Anreizen bewogen werden, dieses Wissen nützlicher in seiner Heimat einzusetzen. Und wer als Gastarbeiter sein Glück in unseren Landen versucht, soll zunächst einmal nur diese Perspektive haben, bis er klar festgelegte und strenge Kriterien der Assimilation erfüllt. Diese sind streng auszulegen, anderenfalls muss er wieder gehen.

Natürlich ist die Situation in großen Städten aus eingangs beschriebenen Gründen der große Elefant im Raum. Doch faktisch werden in diesem Umfeld umso mehr Menschen die relevanten Kriterien verfehlen und so automatisch zu Kandidaten für ein Remigrationsprogramm. Dass diese ein Generationenprojekt ist, und nicht in einem einzelnen, durch Abschiebeflieger verdunkelten Sommerhimmel zu bezwecken ist, liegt auf der Hand. Die Reconquista-Allegorie des einst beinahe völlig eroberten Spaniens ist abgedroschen, aber trotzdem maßgeblich für das Leitbild, dass man nur einen Brief aufgibt - nicht aber den Kampf darüber, Herr im eigenen Haus zu bleiben.

Parallel-Gesellschaften als Falle

Womöglich bedeutet dies auch, dass man punktuell ein Stück der tradierten Leitkultur und der ethnokulturellen Homogenität aufgibt, um zumindest einen großen Anteil selbiger zu retten. Gefällt mir nicht, ist aber leider so. Doch die Alternative, wo alle größeren Städte sich in ein Chinatown, ein Klein-Istanbul und ein deutsches Viertel gliedern, ist die viel schlimmere Scheinlösung. Die Probleme mancher Städte wie Wien würde es sowieso nicht lösen. Dort kann man schon heute wahlweise eine Viertelstunde durch Döblinger Villenviertel gehen, ohne einen Ausländer zu treffen - während man in manchen Grätzeln in Favoriten ebenso lange braucht, bis man einen "Bio-Österreicher" trifft.

Außerdem bedeutet die Tolerierung solcher Parallel-Gesellschaften, dass man zunächst einmal die Kontrolle über selbige aus der Hand gibt. Im Zweifelsfall bleiben sowohl solche, die man hätte assimilieren können, als auch jene, die man hätte abschieben wollen, im Land. In einem nächsten Schritt ist der erhoffte soziale Frieden nie von Dauer. Spätestens, wenn sozio-ökonomische Unterschiede zwischen Zonen entstehen, folgt wieder Konfliktpotenzial & "Verdrängungsgefahr". Wenn schon Millionen im globalen Kontext bereit sind, für ein vermeintlich besseres Leben in seeuntüchtige Boote zu steigen, wieso sollte sie ein Fluss innerhalb einer europäischen Großstadt aufhalten?

Negativbeispiele zerschlagen Scheinhoffnung

Letztlich bleibt also exakt ein Argument übrig, wieso eine Abkehr von der Maxime "Assimilation oder Remigration" attraktiv scheint - nämlich, dass man sich ganz ohne Assimilation leichter tut, effektive Remigrationsprogramme ganzer Gruppen durchzuführen. Wenn "Klein-Kabul" ein Shithole voller Drogenkriminalität ist, ist der Widerstand in der Mehrheitsbevölkerung gegen die Abschiebung geringer, als wenn jeder einen "netten Friseur" kennt, für dessen Verbleib im Land man auf die Straße geht. Doch auch dies ist eine Scheinhoffnung, die sich mit unterschiedlichen Fertilitätszahlen zerschlägt. Im Zweifel regiert irgendwann das "Recht des zahlenmäßig Stärkeren".

Viele Weiße in Südafrika können davon ein Lied singen. Dass man in der Apartheid-Politik eine klare Trennung zwischen ethnischen Gruppen durchführte und eine schwarze Mehrheitsbevölkerung in "Townships" unterbringen wollte, rächte sich nach der politischen Wende. Diese Orte sind für europäischstämmige Südafrikaner sowieso No-Go-Areas, dafür riegeln sie nun auch eigene Viertel aus Angst vor Kriminalität ab oder werden auf ihren Farmen erschlagen, teils von Leuten, deren Lohn sie zahlen. Auch die Realität in US-Großstädten mit sozialem Elend und hoher Kriminalität in schwarzen Ghettos, die längst auf weiße Einfamilienhaus-Siedlungen ausstrahlt, ist nicht Vorbild, sondern Mahnung.


Dieser Artikel ist Teil eines Pro/Contra-Features. Eine abweichende Position von Niels Lauenstein könnt ihr hier lesen.

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