'Jedes Projekt bildet ein Zahnrad': Patriotisches Zentrum lädt zu Gegenkultur-Fest
Bilder (3): (C) Castell Aurora; Komposition: Der Status.
Am 27. September findet im "Castell Aurora" in Steyregg bei Linz zum dritten Mal das "Avanti! Neo! Cultura"-Fest statt, bei dem wichtige Vertreter der systemkritischen Gegenkultur aus dem ganzen deutschsprachigen Raum ins Mühlviertel kommen. Wir sprachen im Vorfeld der seit Wochen ausverkauften Veranstaltung mit dem Projektgründer Steve Henschke über die Veranstaltung, den Erfolg des patriotischen Zentrums in Oberösterreich und die Entwicklungen der nonkonformen Kulturszene im Allgemeinen.
Der Status: Das "Avanti! Neo Cultura" im Castell Aurora findet bereits zum 3. Mal statt. Welche Höhepunkte erwarten die Gäste diesmal?
Henschke: Neben der Vielzahl an Ständen erwartet unsere Gäste ein breites Spektrum an hochkarätigen Rednern. Mit dem bayrischen Landtagsabgeordneten Benjamin Nolte (AfD) tritt erstmalig ein Abgeordneter beim Avanti! Neo Cultura auf. Mit Philipp Stein (Jungeuropa-Verlag) und Karsten Jung vom Thymos Magazin haben wir echte Schwergewichte des politischen Vorfeldes als Gäste. Und mit Caroline Sommerfeld, Reinhild Boßdorf (Lukreta) und die Kinderbuchautorin Pina Paul gibt es auch erstmalig eine rein weibliche Diskussionsrunde im diesjährigen Avanti! Neo Cultura.
Wie siehst du den Zustand bzw. die Entwicklung der patriotischen Gegenkultur in den letzten Jahren?
Man sieht, dass es inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte im neokulturellen Bereich gibt. Neben dem klassischen Feld der Publizistik sind aber auch Felder der Kunst und - mit dem Filmkunstkollektiv, das wir bereits mehrfach im Castell Aurora begrüßen durften - in den letzten Jahren der Bereich Video & Audio auf ein neues professionelles Niveau gehoben wurden. Mit Hydra Comics und der nonkonformen Spielschmiede "Kvltgames" hat man aber auch abseits der "klassischen" rechten Feldern neue Themen besetzt, die bisher eher nur vom Mainstream oder gar von Linken geprägt waren, besetzt.
Wie steht der deutschsprachige Raum im europäischen Vergleich da? Wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?
Gerade der Bereich der Musik ist im deutschen Sprachraum recht speziell. Schließlich gibt es etwa den klassischen Rechtsrock bzw. rechte Liedermacher im deutschen Sprachraum schon seit gut drei Jahrzehnten. Das Angebot ist dort auch dementsprechend groß, jedoch fremdeln auch viele in unserem Lager mit dieser Subkultur. Hier haben es auch bis dato nur ganz wenige Akteure geschafft, überhaupt innerhalb der Rechten lagerübergreifend Gehör zu finden.
Wenn man einen Blick nach Italien wirft, wo es eine Vielzahl an Bands gibt, welche inzwischen in allen Lagern auf jeder Feier oder Veranstaltung im rechten Milieu spielen, hat man im deutschsprachigen Raum erheblichen Nachholbedarf, es ist aber wie schon erwähnt ein sehr spezielles Feld im deutschsprachigen Raum.
Darüber hinaus kann sich die deutsche rechte Neokultur aber inzwischen sehen lassen. Wo lange Zeit Felder brach lagen, erblühen neue Ideen und Köpfe. Hier ist man neben Italien und Frankreich inzwischen in manchen Bereichen auf Augenhöhe oder sogar führend, auch wenn man, wie gesagt, eben in anderen Bereichen noch viel Nachholbedarf hat.
Wie begegnen nonkonforme Kulturschaffenden der Gefahr, sich "in eine Nische zu begeben" und nur das eigene Klientel zu bedienen, statt in die breite Gesellschaft zu wirken?
Das ist immer eine Gretchenfrage. Jedes Projekt bildet ein Zahnrad im gesamten rechten Getriebe der sogenannten Metapolitik. Außerdem glaube ich, dass der "Weg in den Mainstream" von vielen Projekten auch nicht zwingend das Ziel, sondern stellt einen Gegenentwurf in einer Zeit des Interregnums dar. Schließlich kann der Weg in den Mainstream kann nur im Zusammenspiel zwischen Partei und Vorfeld stattfinden. Auch darum ist eine Vernetzung unabdingbar. Sonst verharrt die Neokultur auf Dauer im politischen Ghetto, wenn sie sich der Politik entziehen will.
Im rechten Lager verstärken sich teilweise die Ressentiments zwischen den Generationen. Wie begegnet ihr als patriotischen Zentrum mit jungem Team aber Publikum aus allen Generationen diesem Konflikt?
Im Castell Aurora war von Beginn an klar, dass es keine Altersgrenzen gibt und wir jede Generation Konservativer & Rechter abholen wollen. Dies ist rückblickend mehr als gelungen. Wichtig ist, auch die ältere Generation für neues zu begeistern. Gleichzeitig sollte die ältere Generation offen gegenüber Neuem sein in unserem Lager und auch Projekte finanziell oder in einer anderen Form unterstützen. Diesen Konflikt sehe ich weniger, er spielt sich zu oft in virtuellen Räumen ab und ist auch nicht zielführend im kulturellen Bereich. Hier muss jede Generation angesprochen werden, sonst stirbt ein Projekt am Ende an Überalterung oder ausbleibenden Erben.
Ihr musstet immer wieder Gegenwind aus der Politik, der sogenannten "Zivilgesellschaft" und auch der Verwaltung erdulden. Wie hat sich dies seit unserem letzten Gespräch im Vorjahr entwickelt?
Inzwischen hat sich es in soweit normalisiert, dass man in der Gemeinde geduldet wird von Akzeptanz würde ich nicht sprechen. Die Bürger in der Gemeinde interessiert es wenig solange dritte nicht belästigt werden was im Castell Aurora für Veranstaltungen sind. Ab und an schaut auch in ruhigen Phase jemand vorbei und kommt ins Gespräch mit uns. Für Politik und den Mainstream in Oberösterreich fungieren wir gerne als Blitzableiter im Kampf gegen rechts.
Als das berühmte Potsdamer Geheimtreffen stattfand, war das Castell durch einen Artikel im WDR Monitor deutschlandweit bekannt samt Hauptinvestor und meiner Person. Auch interessierte sich eine ehemaliger allseits bekannter Polizist, welcher im linken Milieu sich verortet, plötzlich für das Castell Aurora.
Jedoch merken auch wir, wie die Stimmung in Land sich immer weiter verschiebt in Richtung patriotischer Parteien. Es tauchen immer neue Gesichter auf und manche kommen auch regelmäßig. Insgesamt hat sich die Situation gebessert und doch sind wie weiter gewappnet was Angriffe seitens linker Presse und Politik angeht.
Wie ist euer Verhältnis zu Vertretern der patriotischen Parteien im deutschsprachigen Raum aktuell? Gibt es da Unterschiede zwischen den Regionen, Ebenen und Ländern?
Das Verhältnis des Castell Aurora zu den patriotischen Parteien unterscheidet sich stark zwischen Österreich und Deutschland. Obwohl wir in Oberösterreich sitzen, gibt es keinen Kontakt zur FPÖ in Oberösterreich. Es gab sogar in der Vergangenheit oft über die Medien öffentliche Distanzierung. Jedoch liegen diese Artikel schon 2-3 Jahre in der Vergangenheit, weswegen wir das nicht auf die goldene Waage legen. Es gibt allerdings auch seitens der Partei in OÖ keinerlei Kontakt oder Unterstützung.
Anders steht es um das Verhältnis zur Freiheitlichen Jugend, manche ihrer Vertreter schauen gerne bei Veranstaltungen vorbei. Ich denke, dass wir da vor allem eine Lücke füllen, die eine Jugendorganisation zumindest in Oberösterreich nicht füllen kann weil der Aufschrei, wenn z.B. Götz Kubitschek (Antaios) eingeladen werden würde, wohl viel zu groß wäre.
Ebenfalls anders sieht unser Verhältnis zur AfD aus. Es waren aus dem gesamten Bundesgebiet bereits Gäste sowohl aus Landtagen aber auch dem deutschen Bundestag als Redner geladen, sowie einfach auf ein Getränk zu Gast. Es gibt zu einigen Landesverbänden engeren Kontakt, welche sich auch für Infrastrukturprojekte interessieren - ein Thema wo die AfD Nachholbedarf hat und einzelne Mandatare gerne auf unsere Expertise zurück greifen.
Das Neo Cultura ist in diesem Jahr schon seit Wochen ausverkauft. Welche weiteren Veranstaltungen kannst du Interessierten, die das Castell Aurora kennen lernen wollen, in den nächsten Monaten ans Herz legen?
Wir führen bereits Gespräche mit einigen Hochkarätern für kommende Veranstaltungen und die Planungen für das Programm im Herbst und Winter laufen schon auf Hochtouren. Wenn die Zeit reif ist, werden wir die Information auf unseren Kanälen teilen. Am Besten sollten Interessenten also einfach regelmäßig unsere Präsenz auf Telegram und auf X im Auge behalten. Oder einfach bei einem unserer regelmäßigen Barabende vorbeischauen.
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