Wahrheit, Freiheit, Tapferkeit, Hoffnung

Ostern: Die beste Geschichte

Ostern ist nicht nur der höchste Feiertag im Kirchenjahr. Die Ostergeschichte bietet auch für Nichtchristen und diejenigen, die mit dem Glauben hadern eine Erzählung, die inspiriert. Und dazu motiviert, das Rechte zu tun.

In der Redaktion haben wir sehr unterschiedliche (und teils gar keine) religiösen Vorstellungen. Aber egal ob man Christ ist oder nicht:

Die Geschichte ist einfach zu gut.

Die Botschaft Osterns, des höchsten Feiertags im Christentum, ist die Verheißung, die Hoffnung, der Triumph.

Jesus wird von Judas verraten, vielleicht des Geldes wegen, vielleicht aber auch, weil Judas Angst davor hat, dass Jesus korrumpiert werden könnte, dass er zum Grund werden könnte, weswegen die Römer die Juden töten könnten - das Musical Jesus Christ Superstar lässt Judas in diesem Licht dastehene.

Er kann mit der Schuld nicht leben und richtet sich selbst. Es ist immer noch eine in der Theologie diskutierte Frage, ob Judas wirklich Sünde auf sich genommen hat: Immerhin musste Jesus gekreuzigt werden, und ohne Judas hätten sich die Ereignisse nicht so ereignen können, wie sie sich ereignen mussten - was Fragen nach Vorherbestimmtheit, dem freien Willen und der Notwendigkeit dessen, vielleicht auch das Schlechte tun zu müssen, aufwirft.

Der menschgewordene Gott mit all seinen Schwächen

Jesus hadert mit seinem Schicksal, bittet Gott, ihn leben zu lassen, entscheidet sich aber dafür, sich für die Menschen zu opfern. Der Gott, der unter den Menschen gewandelt ist, muss sein eigenes Kreuz tragen, wird verhöhnt, trifft seine am Boden zerstörte Mutter, wird hingerichtet. Politische Überlegungen spielen eine Rolle, die Massen lassen sich mitreißen.

Die Geschichte ist eine der Unabwendbarkeit. Die Priester Kaiphas und Annas sind keine bösen Menschen per se. Im Gegenteil, sie sorgen für Stabilität, schützen das jüdische Volk vor der Macht des römischen Imperiums. Sie wissen, dass in Zeiten der Besatzung eine Massenbewegung zu einer Revolte führen kann, die dann grausam niedergeschlagen werden könnte. Jesus zu opfern, um politische Stabilität zu wahren, ist nur logisch.

Und wie auch Ratzinger in einer seiner Ansprachen sagte: Pilatus ist nicht völlig böse, Pilatus weiß, dass Jesus unschuldig ist, lässt aber das Volk entscheiden. Auch die Massen sind nicht völlig böse, sie lassen sich nur sozusagen vom Mainstream mitreißen. Pilatus sieht die Göttlichkeit Jesu nicht, obwohl er eine hohe Position hat, während einer der mit Jesus hingerichteten Verbrecher seine Unschuld erkennt und das Paradies versprochen bekommt. Glaube und im richtigen Moment das Richtige zu tun ist wichtiger, als weltliche Titel und Hierarchien.

Der Jünger Petrus trauen sich nicht mehr, zu ihm zu stehen. Andere Jünger, die vorher Angst hatten, mit Jesus assoziiert zu sein, zeigen sich nun: Josef von Arimathäa und Nikodemus bitten bei Pilatus darum, seinen Leichnam mitnehmen zu dürfen.

Und dennoch gewinnt am Ende die Tapferkeit, die Liebe, die Standfestigkeit. Die Frauen sind die ersten, denen sich der auferstandene Jesus zeigt. Anschließend 40 Tage, in denen Jesus bis zu seiner Himmelfahrt unter den Jüngern weilt und sie darauf vorbereitet, sein Werk zu vollenden.

Nun ist es nicht nur im Christentum so, dass sich das Göttliche demütigen lässt, dass es sich dazu bereit erklärt, in die tiefsten Tiefen hinabzusteigen, um dann wieder aufzusteigen. Auch Inanna aus dem sumerischen Mythos steigt in die Unterwelt hinab, wird von ihrer Schwester Ereshkigal zum Tode verurteilt, ist drei Tage tot, bevor sie wieder lebendig wird.

Gott hat in seiner menschlichen Form die schlimmsten Erfahrungen durchgemacht, die man durchmachen konnte, nur um über den Tod zu triumphieren und etwas Neues zu gründen. Wo sind die Römer heute? Die Frage ist natürlich falsch gestellt, denn im Grunde hat die katholische Kirche und der Vatikan die Rolle des Römischen Reichs übernommen, aber das steht auf einem anderen Blatt.

Bleibt standhaft und mutig

Dieser Sieg ist nun einmal das, was Hoffnung ist. Egal wie dunkel und aussichtslos die Tage sind, egal, wie hoffnungslos die eigene Situation erscheint. Mit Vertrauen auf das Göttliche und der Bereitschaft, 

Die ikonografischen Klassiker unserer Kultur, die weinende Mutter, die den Leichnam ihres Sohnes in den Armen hält, der leidende und blutüberströmte Christus, der seine Augen gen Himmel richtet, all das sind keine Symbole der Schwäche. Es sind Symbole dessen, dass Leid niemals umsonst ist, und dass durch Leid Transzendenz entsteht. Nicht umsonst haben sich über die Jahrhunderte hinweg immer wieder Menschen für die Wahrheit geopfert, haben dabei an das Beispiel Christus gedacht, der auch bereit war, für die Wahrheit zu sterben. Heute leben wir in glücklichen Zeiten, in denen so etwas nicht von uns verlangt wird, aber Zeiten können sich auch immer wieder ändern.

Wie gesagt, die Geschichte ist einfach zu gut. Und sie ruft auch uns alle dazu auf, tapfer zu sein und tapfer zu bleiben, sich nicht mitreißen zu lassen, sondern auf die Wahrheit, die Freiheit, das Gewissen und die Gerechtigkeit zu vertrauen. Darauf vertrauen, dass zu guter Letzt die Wahrheit siegt.

Und das macht nun einmal eine gute Geschichte aus. Vielleicht sogar die beste.

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