Wen will man zum Narren halten?

Kein Zufall: Sommerinterview ist gebührenfinanzierte Schikane

Meinung
Bild: Screenshot Sommerinterview der ARD mit Alice Weidel (AfD)

Die ARD macht keinen Journalismus mehr, sie macht Politik. Was als Sommerinterview begann, wurde zur gestörten Farce auf Gebührenkosten. Was bleibt, ist der Verdacht: Hier inszenieren sich Aktivisten als Redakteure eines Staatsfunks.

Der inszenierte Eklat im Sommerinterview

Man wollte nach eigenen Angaben den bedeutendsten Fernsehmoment des Jahres schaffen. Und tatsächlich ist es einem selbsternannten „Zentrum für politische Schönheit“ gelungen, das ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel zu einer Farce werden zu lassen. Man bediente sich kindsköpfiger, subtiler und dümmlicher Methoden des Störens, Krakeelens oder Proletens, um die Vorsitzende einer Partei nicht zu Wort kommen zu lassen, die man seit Jahren mit Maßnahmen des "zivilen Widerstands“ bekämpft und schikaniert. Inhalte und Argumente mussten den Floskeln von "Scheiß AfD" und "Keine Nazis" weichen, um Nichtregierungsorganisationen den Weg zu ebnen für eine groteske Bühne der blanken Blamage. Denn was bisweilen wie der Ausflug eines umnachteten Seniorenwohnheims anmutete, gestaltete sich rasch zu einem Brennglas zivilisatorischer Tragik. So offenbarte man eben nicht nur kognitive Beschränktheit, sondern ein derart totalitäres Verständnis von Demokratie, dass es selbst Honecker und Mielke peinlich gewesen wäre, hätten Omas gegen rechts zugunsten der Diktatur skandiert. 

Verantwortung oder Vertuschung

Doch der eigentliche Skandal liegt weniger in der Bankrotterklärung von falsch abgebogenen Trommlern und Marktschreiern im prädementen Alter, die ihre spätpubertäre Phase mit einiger Verspätung nachholen müssen. Selbst die Geschichte konnte Wissenslücken nicht kompensieren, die mit dem ständigen Aufwärmen von mittlerweile abgedroschenen Phrasen wie jener eines neu aufkeimenden Faschismus ziemlich ungeniert zutage traten. Stattdessen ist es das mindestens durch Unterlassen zustande gekommene Durchbrechen einer Bannmeile: Hat die Polizei möglicherweise nicht nur versagt, weggesehen oder toleriert, als man mit Megafonen, Bus und Banner direkt an die Spree vorfuhr? Wenigstens steht die Anschuldigung im Raum, gemeinsame Sache mit Demagogen, Hetzern und Polemikern gemacht zu haben, welchen normalerweise der Zutritt zum Regierungsviertel zu verbieten gewesen wäre. Gab es also eine Kooperation mit den Sicherheitskräften auf der einen Seite, mit dem Hauptstadtstudio des „Ersten“ auf der anderen? Oder wie weit reichen die Arme der „Guten“ mittlerweile wirklich?

Ein Verdacht wird salonfähig

Zumindest lassen Verlautbarungen aus einem Podcast entsprechende Überlegungen aufkommen: Einer der Veranstalter sprach mit Journalist Ronzheimer über enge Beziehungen und Verflechtungen hinein in Exekutive und ÖRR. Wie haltbar und tragfähig diese Behauptungen sind, lässt sich zwar nur erahnen. Ruft man sich allerdings den Blick von Moderator Markus Preiß wieder in den Sinn, so schien dieser hämische Freude und schadenfrohes Gefallen in sich zu hegen, als die Tonregie plötzlich die Hintergrundgeräusche aufzudrehen vermochte, um der Co-Chefin der Alternative für Deutschland gänzlich in die Parade zu fahren. Überrascht wirkte der einstige Brüssel-Korrespondent nicht wirklich. Viel eher entstand der Eindruck einer orchestrierten Inszenierung. Sollte sich diese Mutmaßung bewahrheiten, hätte man sich nicht nur selbst einen Bärendienst erwiesen, sondern darüber hinaus neue Aspekte geliefert, warum das Bundesverwaltungsgericht bei etwas Distanz und Kritik in der bald anstehenden Revisionsverhandlung zu einer unverhohlenen wie klaren Feststellung gelangen müsste.

Zwangsgebühren für Einseitigkeit

Denn die Zweifel schwinden, dass ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk nicht nur zum billigen Steigbügelhalter für eine nach Verbot der Opposition strebende SPD mutiert ist, sondern seinem verfassungsmäßigen Auftrag zur Abbildung von größtmöglicher Meinungsvielfalt und ideologischer Diversität keinerlei Rechnung mehr trägt, um sodann auch ohne Anspruch zu sein, weiterhin durch zwangsweise eingetriebene Gebühren finanziert zu werden. Denn wer auf Kumpanei setzt, um die Blauen zu unterdrücken und die Rotgrünen zu hofieren, entbehrt sich als Bestandteil der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, in der man zwar mit harten Bandagen, aber ohne Fouls und Regellosigkeit spielt. Es ist eine Zumutung, Geld für einen Apparat geben zu müssen, der rund ein Viertel der Wähler sukzessive ausgrenzt, weil Medienschaffende wie Kommentatoren nicht länger um relevante Skepsis und Distanz in sämtliche Richtungen bemüht scheinen, sondern in der Rolle des Sprachrohrs zu plumpen Dialogverweigerern degenerieren, die außer Brandmauern und Tabuisierung kaum etwas zu bieten haben.


 

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