Für systemtreuen Gratismut: Anti-AfD-Sänger kriegt 'Zivilcourage'-Preis
Die Verleihung des Georg-Elser-Preises an den BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken ist pietätlos. Warum wird eine historische Figur des Widerstands gegen den Nationalsozialismus für aktuelle politische Auseinandersetzungen instrumentalisiert?
Konstanzer Stiftung vergibt den Georg-Elser-Preis an Wolfgang Niedecken
Georg Elser kennt man als den Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. 1939 verübte er ein Attentat auf Hitler. Anschließend floh er nach Konstanz, dort hatte er mehrere Jahre als Schreiner gearbeitet. Er wollte sich in die Schweiz absetzen, wurde jedoch zuvor festgenommen. In Erinnerung an sein Engagement vergibt die „Crescere Stiftung Bodensee“ seit dem Jahr 2025 eine jährliche Auszeichnung. Erste Preisträgerin war Journalistin Dunja Hayali, die ihrerseits wiederholt für Schlagzeilen sorgte, weil sie in der Anmoderation des „heute journals“ im ZDF kaum darüber hinwegtäuschen kann, welch Geistes Kind sie ist. Als der amerikanische Aktivist Charlie Kirk ermordet wurde, überzog sie ihn in schlichter Pietätlosigkeit mit einer ganzen Reihe an fragwürdigen, entwertenden und diskreditierenden Prädikaten. Sie ist Mitstreiterin in jenem Redaktionsteam, das kürzlich mit der Verwendung KI-generierter Inhalte zu vermeintlichen Verhaftungen Illegaler durch die Sondereinheit ICE in den USA einen Eklat beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk auslöste. Wer ihr gegenüber eine Huldigung ausspricht, der entlarvt sich der Unterstützung von Manipulation und Propaganda.
Anti-AfD-Mobbing mit dem Widerstand im Dritten Reich gleichgesetzt
Nun folgt Wolfgang Niedecken, der Frontmann der Kölner Band BAP. Auch er soll wiederum für seinen Einsatz „gegen Rassismus“ gewürdigt werden. Mit seinen Texten und Auftritten gegen den vermeintlichen Rechtsextremismus trage er zur Verteidigung „demokratischer Werte“ bei. Die entsprechende Stiftung hatte der 2022 verstorbene Thomas Seger eingerichtet, um „Begeisterung zu schaffen“. Mittlerweile scheint sie instrumentalisiert zu werden für einen fragwürdigen Zweck. Denn was sich nach einem hehren Ziel anhört, die Förderung von „Zivilcourage“, erweist sich in der Aktualität vor allem als Agitation gegenüber der AfD. Man nimmt also den Namen eines Oppositionellen, der einer tatsächlichen Diktatur entgegen trat, schafft dann einen Preis, der zivilen Ungehorsam gegen herrschende Staatsgewalt prämieren soll und verteilt ihn an Personen, die aus einer Machtposition heraus gegen die Opposition hetzen. Man würde eigentlich meinen, dass den Verantwortlichen die Heuchelei ihres eigenen Handelns auffallen müsste.
Nach Dunja Hayali der nächste Preisträger mit fragwürdigen Demokratieverständnis
Immerhin reihte Niedecken in der Vergangenheit einen Superlativ an den nächsten. Zur Alternative für Deutschland führte er aus: „Da sind viele Nazis drunter“.
In einem Interview mit dem „Stern“ rückte er sie in die Nähe von Goebbels. In einer unerträglichen Relativierung brachte er sie in Verbindung mit dessen Zitat „Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wir kommen als Feinde. Wir kommen, um die Demokratie zu zerstören“. Dieser Charakter soll also wirklich ein Vorbild sein? So viel Missgunst, so viel Argwohn und so viel Hass in einer Person vereint, da offenbart sich jeder, der nur den Anschein erweckt, diese Philosophie der Polarisierung gutzuheißen. Seit Jahren gehört er der Initiative „Arsch huh, Zäng ussenander“, was augenscheinlich das Niveau beschreibt, auf dem man sich argumentativ, moralisch und ethisch bewegt. Ich schäme mich, dass in meiner Heimatstadt ein derartiger Kopf bejubelt und glorifiziert wird. Von diesem Manöver kann man sich nur distanzieren, trägt man gegenüber einer brachialen Diktatur und deren Opfern noch einen Rest an Würde und Anstand in der Seele.
Historische Figur zur Rechtfertigung von Propaganda missbraucht
Dass Niedecken hetzt und spaltet, muss er mit sich selbst ausmachen. Doch es sollte Protest hervorrufen, wenn jemand honoriert wird, dem offensichtlich daran gelegen ist, die Historie zu klittern. Die Gegenwart hat allenfalls etwas mit Diktatur gemein, wenn man sich ansieht, wie beliebig die AfD unterdrückt, ihre Sympathisanten ausgegrenzt, angegriffen und benachteiligt werden. Wenn man sie boykottiert, dazu aufruft, nicht mehr bei Firmen zu kaufen, die an sie spenden. Erst jüngst hatte das Verwaltungsgericht in Köln noch einmal unterstrichen, dass es an Beweisen dafür fehlt, sie als „gesichert rechtsextremistisch“ bezeichnen zu dürfen. Trotzdem geht die Indoktrination weiter, nicht zuletzt auch dank öffentlichkeitswirksamer Gebaren wie der Übergabe des Georg-Elsner-Preises. Es ist schon beeindruckend, dass sich ein Kuratorium aus prominenten Mitgliedern wie dem Konstanzer Bürgermeister Dr. Andreas Osner, der Hochschulpräsidentin Prof. Sabine Rein oder der Theologin Hiltrud Schneider-Zimbal vor den Karren spannen lässt, sich für einen Sinn herschenkt, der auf den zweiten Blick anrüchig wirkt. Alle Beteiligten müssen ihre Zustimmung letztlich mit dem Gewissen vereinbaren.
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