Die Welt zu Gast bei rechten Freunden?

Fahnen, Pegida & Pogrome: ARTE-Hetze zu WM 2006 & Fanmeilen

Medien
Symbolbild: Magnific; Stempel: KI-generiert (Grok); Komposition: Der Status.

Am Donnerstag beginnt die Fußball-WM in den USA, Mexiko & Kanada. Grund genug also für den deutschen Staatsfunk, wieder einmal vor bösem Nationalstolz zu warnen. Verpackt wurde dies diesmal in einen Beitrag über Fußballtrikots aller Art als Identifikationssymbol. Dabei lässt ein linker Ex-Journalist & Drehbuchautor kein Schauermärchen aus, faselt etwas von angeblichen deutschen Pogromen gegen Italiener vor 20 Jahren sowie sieht in den seinerzeitigen Fanmeilen den Wegbereiter für Pegida & die AfD. Komplettiert wird das Ganze u.a. von einem Rapper, der deutsche Fanmeilen für "gefährlich" hält.

WM 2006 als Vorbote von Pegida & AfD?

Juri Sternberg ist Autor mehrerer Hörspiele und Serien-Drehbücher, die u.a. auch von öffentlich-rechtlichen Sendern übernommen wurden. Daneben agierte er zeitweise als Journalist u.a. für einschlägige linkslastige Medien wie "taz", die "Zeit" oder "Vice" sowie einige Musik-Szeneblätter. Nach einem Einstieg über Fan- & Trikotkultur und Lokal-Patriotismus im deutschen Clubfußball, wird er dem Zuschauer im neuesten "ARTE Tracks"-Beitrag nach einigen Minuten zuerst als "glühender Hertha-Fan" vorgestellt. Doch seine Hauptaussage richtet sich massiv gegen fahnenschwenkende Fans des Nationalteams.

So erklärt er: "Ich glaube schon, dass die Bilder von der Fanmeile 2006 - wenn du 1 Mio. Menschen siehst mit Deutschland-Flaggen und Hawaii-Ketten - da wurde einfach vorgelebt, ihr könnte dazugehören und wir sind alle wieder eins. [...] Nationalismus war nie weg. Was 1990 schon mit der Wiedervereinigung probiert wurde [...] Spätestens 2006 hat man es einfach gemerkt, dass dieser 'positive Party-Patriotismus' seine Auswirkungen hatte. Meine Meinungen führte das zu einer Pegida, zu einer AfD." Nicht ausschließlich, aber: "Es sind Punkte, an denen Fahnen, Flaggen und Nationalismus normalisiert wurde." 

Angebliche "Pogrome" gegen Italiener

Das sieht Sternberg als große Gefahr: "Ich glaube die Risiken einer durchgehenden Reproduzierung liegen auf der Hand. Es soll ein verstärktes Nationalgefühl, ein Wir hergestellt werden. Und ein Wir beinhaltet immer ein: 'Da sind die Anderen'." An einem späteren Punkt im Video fabuliert er von "pogromähnlichen Zuständen", die sich in "ländlichen Gebieten" vor 20 Jahren nach der deutschen Halbfinal-Niederlage gegen Italien abgespielt hätten. Da seien "Pizzerien angegriffen" worden und "Menschen durch die Straßen gejagt". Als Beleg zitiert ARTE hierfür einen seinerzeitigen "Bild"-Artikel zu mehreren kleineren Zusammenstößen und einen (!) Spaghetti-Wurf zwischen Fangruppen. 

Mit einer kurdischen Flagge auf einem Trikot verbindet er "Freiheitskampf", mit einer deutschen hingegen "Kolonialismus". Doch die Sternburg-Passagen sind nicht die einzigen fragwürdigen Segmente des rund 17 Minuten langen Beitrags. So wird ein Abschnitt, in dem eine äthiopischstämmige Frau von einem "Rassismusproblem" im deutschen Fußball spricht mit einem Bild eingeleitet, das deutsche Fans im Trikot der Nationalmannschaft zeigen. Zwischendurch darf ein Videomitschnitt eines Treffens der NPD-Jugend ebensowenig fehlen wie eine schwarze, britische Journalistin, die sich über die traditionelle Lesung von Fankultur als Zeichen von "Weißheit & Männern" echauffiert.

"Gefährliche" Fanmeile & "sanftes" Nazi-Töten?

Aber auch der ausgiebig interviewte Rapper "Pimf" schießt gleich mehrfach den Vogel ab. Er stellt für die Symbolik des DFB-Trikots den Unterschied gegenüber, wenn es eine "deutscher, kahlgeschorener Mann" trägt oder eine "migrantisch gelesene Person". Der bekennende Fan des für seine linksradikale Kurve bekannten "FC St. Pauli" lästert auch generell über die Bilder feiernder Deutschland-Fans: "Ich habe keinen Bock, dass dann da irgendwelche Bilder auftauchen von Fanmeilen, wo dann alle sagen, schau wie schön das alles sein kann und wie friedlich hier die Deutschen feiern können. Das ist unangenehm und gefährlich."

Es gäbe viele "marginalisierte Gruppen" und der Bundesadler sei dabei nicht einigend, sondern spaltend. Besonders absurd wird es dann aber nach der Einspielung eines Videos seines Rapper-Kollegen Filow. Dort wird zunächst dessen ironisierender Gebrauch von Nationalsymbolen und dann die Textzeile zitiert: "Schwarz-Rot-Gold, Glas ist voll, wir töten alle Nazis mit dem Hakenkreuz". Direkt danach faselt Pimf von einer "sanften Unterbreitung von Symboliken",  wobei es ihm lieber sei, dass Deutschlandfarben viral gehen als der "nächste Fascho-Kram". Alleine der Umstand, dass der ARTE-Schnitt vollbrachte, die Worte "töten" und "sanft" fast aneinander zu reihen, ist oscarverdächtig... 

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