Eisheilige finden statt: ORF & Kirche predigen trotzdem Klima-Angst
Symbolbilder: Magnific (4); Komposition: Der Status.
Nachdem es die letzten Tage frühlingshaft warm war, kommt pünktlich zu den "Eisheiligen" (11. bzw. 12.-15. Mai) eine regnerische Kaltfront, mancherorts gibt's sogar Nachtfrost. Trotzdem schafft der ORF das Kunststück, den Bürger zu erklären, dass diese durch "die Klimaerwärmung" eingeholt werde. Dabei schreckt man auch nicht vor skurrilen Argumentationsmustern zurück. Und auch die Erzdiözese Wien kann nicht vor einem ähnlichen Narrativ lassen, nachdem sich das bei ihr noch vor wenigen Jahren anders anhörte.
"Globaler Kochtopf" trotz Eisheiligen...
"Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi, und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie": In Österreich gelten der 12.-15. Mai als Kältetage - in Norddeutschland zudem Mamerz (11. Mai). Die Bauernregel mahnt zur Aussaat erst nach diesen berüchtigten Tagen, die sich meteorologisch mit der unterschiedlichen Erwärmung von Land & Wasser erklären lässt und in manchen Jahren polare Kälte nach Mitteleuropa treibt. Und auch in diesem Jahr scheint das Wetter passgenau mit diesen frostigen Heiligentagen zusammenzufallen.
Doch es wäre nicht der sich einem "Klima-Kodex" unterwerfende Staatsfunk, wenn der ORF wenigstens jetzt die ständige Klima-Leier in der Schublade ließe. Die Behauptung: "Der Klimawandel" habe die Tradition verändert. So gebe es in manchen Regionen wärmere - aber freilich nicht für den Mai unübliche - Temperaturen. Als vermeintliches Indiz zieht man einen Klimatologen heran. Dessen Narrativ: Zwar sei Frost zu den Eisheiligen im 80-jährigen Vergleich ohnehin nicht überdurchschnittlich häufig, aber halt doch irgendwie seltener. Dass das ein schwaches Argument für den vermeintlich rasend schnellen Klimawandel ist? Sei's drum.
Neues Klima-Dogma: Amtskirche macht mit
Denn man hat noch ein anderes Ass im Ärmel: Nämlich der Verweis auf die gregorianische Kalenderreform im Jahr 1582. Die Logik: Weil manche Bauernregeln uralt sind, bezöge sich dies ja auf den julianischen Kalender. Der Kälteeinbruch dürfte somit erst rund um den 20. Mai stattfinden. Soll nach dem gängigen Klimaangst-Prinzip gehen: Wenn Äpfelbäume bereits im Frühling, sind wir auf halbem Weg in den Wüstenstaat. Ja, mit der Obstblüte hat der ORF uns tatsächlich auch schon den globalen Kochtopf verkauft. Dass der "alte" Kalender vom Sonnenjahr abwich und der korrigierte Kalender somit ein besserer Anhaltspunkt ist, soll da also nicht mehr groß stören...
...denn schließlich beruft sich der ORF ja auf den klerikalen Sanktus der Erzdiözese Wien: "Die Temperaturen steigen weltweit, und auch der Frühling und die ‚Eisheiligen‘ bleiben davon nicht unberührt." Und das belege irgendwie, dass der Klimawandel "zukünftig weitere Veränderungen dieses gewohnten Wetterphänomens in Mitteleuropa mit sich bringen" werde. Dessen weitere Entwicklung würde somit zeigen, ob nach dem Gedenktag der Hl. Sophia künftig tatsächlich mit keinem Frost mehr zu rechnen sei. Amtskirchen-Dogma und "Wissenschaft" verschwimmen - und, dass das selten gut endet, musste schon Galilei schmerzhaft erfahren.
Sorgfältige Auswahl der "Fakten"?
Nur zu dumm, dass sich auch im Haus Gottes in der Bundeshauptstadt die Predigt in den letzten Jahren geändert hat. Weiterhin online findet sich auf der Seite der Erzdiözese Wien nämlich ein Artikel zu den Eisheiligen aus dem Jahr 2016. Und der liest sich ganz anders: "So waren zwar auch im Mittelalter die Temperaturen meist schon sehr hoch, aber vor allem bei klarem Himmel war immer noch Bodenfrost möglich." Also wie jetzt?
Und auch der ORF scheint sich seine Argumente sehr selektiv auszuwählen - und das liegt nicht einmal daran, dass man die Eisheiligen in Norddeutschland durch falsches Abschreiben von 5 auf 3 Tage verkürzt. Es hätte etwa gereicht, sich bei der Recherche durch die Wikipedia-Links zum Thema zu klicken. In einem davon liest man z.B. auch: "Das Ergebnis ist klar und eindeutig. Die Klimaerhitzung hatte bislang keinen wesentlichen Effekt auf die Erfüllung der Eisheiligen." Aber gut: Was erwartet man sich auch von diesem Milieu, wenn der hauseigener "Wetterfrosch" seine CO2-Argumente an Vulkanhängen sammelt & die sinnesverwandte ARD im Winter von "warmen Minusgraden" spricht?
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