Durchbruch in die Zivilgesellschaft

Metapolitischer Erfolg: Das war die Buchmesse 'Seitenwechsel' in Halle

Ein Wochenende voller Spannungen, lautstarker Proteste und prall gefüllter Hallen: In Halle brodelte es, während tausende Besucher sich nicht von Drohkulissen und Gebrüll abschrecken ließen. Die Buchmesse ist ein klares Zeichen: Alternative Verlage sind schon lange mehrheitsfähig.

Am Wochenende von 8. und 9. November fand in Halle an der Saale die Buchmesse Seitenwechsel statt. Diese markiert einen Durchbruch alternativer Medien in die Breite Zivilgesellschaft. Von Antaios über Jungeuropa bis hin zu Compact waren zahlreiche relevante rechte Verlage vertreten. Als Initiatorin der Veranstaltung trat Susanne Dagen, die Gründerin des "BuchHaus Loschwitz" auf.  Neben den Verschiedenen Messeständen, gab es auch diverse Vorträge von mehr oder weniger bekannten Personen des alternativen Lagers. Linksextreme selbsterklärte „Antifaschisten“ ließen auch keine Gelegenheit verstreichen, Messegäste grundlos zu belästigen. 

"Alle nach Halle": Protesten zum Trotz

Für mich begann der Messebesuch im Zentrum Halles, als ich in ein Taxi in Richtung Messe einstieg. Als die Taxi-Fahrerin hörte, dass ich zur Messe will, fing sie an mir zu erzählen, dass der Andrang sehr groß sei. Ich sei schon der Dritte wäre, den sie heute zur Messe fährt, außerdem solle das Messegelände voller Polizei sein. Auf Nachfrage erzählt sie mir schließlich, dass es einen großen Gegenprotest gibt. An ihrem Tonfall merke ich bereits, dass die gesellschaftliche Stimmung auf Seite der Messe ist und den Gegenprotest als destruktive Störaktion sieht.

Als ich aussteige, bekomme ich schließlich den Gegenprotest zu sehen. Hinter einer polizeibewachten Absperrung befinden sich etwa drei Dutzend, teils maskierte, Antifa-Demonstranten, die mit Pfeifen und anderen Blasinstrumenten Lärm machen und laut Parolen wie „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ umherschreien. Einige Meter weiter sehe ich schließlich knapp ein duzend Antifa-Fotographen, die versuchen von allen Messeteilnehmern Bilder zu machen.

In Anbetracht der Tatsache, dass sich das Messepublikum aus der breiten Zivilgesellschaft zusammensetzt, ist dies besonders befremdlich. Die Fotos dienen also der bloßen Abschreckung. Ganz nach dem Motto: „Wir können sie mit Argumenten nicht überzeugen, also versuchen wir, sie mit Angst zu kontrollieren.“

Foto: Der Status

Volles Programm: Alles, was Rang & Namen hat

Vor der Messe ist bereits eine riesige Schlange, in der mehrere hundert Personen auf den Einlass warten. Endlich in der Messe drinnen, werde ich direkt von den Antaios- und Jungeuropa-Ständen begrüßt. Außerdem vertreten sind Junge Freiheit, Tichys Einblick, Compact, Blitzwissen, die Identitäre Bewegung, das Buchhaus Loschwitz und noch zahlreiche kleinere Verleger und Organisationen.

Nahezu alle wichtigen Verleger und Autoren sind an ihren Ständen vertreten und stehen einem zu Fragen und Gesprächen über Verlag, Literatur und Politik bereit. Götz Kubitschek, Benedikt Kaiser, Roland Tichy und selbst Politiker wie Thomas Helferich (AfD) waren, um nur mal ein paar zu nennen, auf der Buchmesse vertreten.

Bild: Antaios Stand Seitenwechsel

Shlomo-Buch als Publikumsmagnet

In der Messehalle gibt es eine große Bühne, auf der verschiedenste Diskussionen und Gespräche stattfinden, außerdem stehen einige kleinere Seminarräume zur Verfügung in denen diverse Autoren ihre Bücher vorstellen. Am Samstagmittag stellt beispielsweise Volker Zierke seinen neuen Roman „Herrengedeck“ vor. Wahrnehmbar ist dabei Lärm, der vom Gegenprotest durch Pfeifen und laute Parolen verursacht wird.

Das Highlight des Samstags ist jedoch die Buchvorstellung von Aron Pielka, besser bekannt unter seinem Internet-Pseudonym „Shlomo Finkelstein“. Dieser stellt sein Buch „Bauzeit, der Knast und die Freie Welt“ vor. In diesem berichtet er von seinem Gefängnisaufenthalt, den er Aufgrund von harmlosen Meinungsdelikten ableisten musste. Der kleine Seminarraum füllt sich und füllt sich bis schließlich jede Wand, jeder Stuhl und jeder Quadratmeter Teppichboden voller gespannter Zuhörer ist. Als er schließlich anfängt zu erzählen hängt die Menge an seinen Lippen, schließlich liest Shlomo noch aus seinem Buch vor:

Auch Maaßen spricht bei Buchmesse

Auch am Sonntag lässt das Programm nicht nach. Eine Antifa-Demo gibt es zwar nicht, aber die Antifa-Fotografen sind immer noch da. Ein Highlight des Sonntags ist ein Vortrag von Hans-Georg-Maaßen. Der Andrang auf diesen ist so groß, dass die Seminarraumtür offenbleiben muss, sodass man auch im Flur den Vortrag mitbekommt. Dieser handelt vom Marsch durch die Institutionen und wie Helmut Schelsky diesen in den 60er Jahren bereits vorhersagte. Auch der Sonntag sticht durch gutes Programm heraus und enttäuscht nicht.

Potenzial zur Änderung der politischen Stimmung

Nach 2 Tagen voller interessanter Gespräche und Vorträge kann ich alles in allem feststellen: Die Buchmesse Seitenwechsel ist ein metapolitischer-Erfolg. Erstmals ist es für rechte und alternative Verlage möglich, ihre Bücher auf einer konkurrenzfähigen und großen Buchmesse auszustellen. Außerdem markiert Seitenwechsel einen Durchbruch alternativer Medien in die breite Zivilgesellschaft. Trotz Gegenprotest und Einschüchterungsversuchen von Antifa-Fotografen haben rund 6.000 Personen die Buchmesse besucht.

Die Buchmesse zieht bundesweit Aufmerksamkeit auf sich. Zwar versuchen einige Medien wie die Tagesschau diese als „rechtsextrem“ zu brandmarken, jedoch bekommt eine große Messe-Besucherschaft hautnah mit, dass dies keineswegs der Fall ist. Besonders in einem Bundesland wie Sachsen-Anhalt, in dem die AfD den nächsten Ministerpräsident stellen könnte, ist dies ein großer Erfolg und könnte das politische Klima zum Kippen bewegen.

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