Imkompetenz als Einfallstor für Raub

'Louvre' als Passwort: So mies werden Europas Kulturschätze geschützt

Kultur
Louvre: Benh Lieu Song, Wikimedia Commons, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 ; Passwort: Freepik; Komposition: Der Status.

Während Europa Milliarden in Symbolpolitik steckt, verstauben seine Kulturschätze hinter lächerlichen Sicherheitskulissen. Der Raub von Paris zeigt: Selbst das Herz der Kultur ist schutzlos geworden. Ähnlich wie der "Grenzschutz" gegen Migration entlarvten sich die "Sicherheitsvorkehrungen" im Louvre nämlich als Potemkin'sche Fassade par excellence.

Ein redaktionell bearbeiteter Beitrag aus unserer Kooperation mit JouWatch

Louvre-Passwort lautete „Louvre“

Im Zusammenhang mit dem Juwelenraub im Pariser Louvre vom 19. Oktober 2025 kommen immer neue, unfassbare Einzelheiten über die “Sicherheitsvorkehrungen” des berühmtesten Museums der Welt ans Licht, die eine geradezu slapstickartige Unfähigkeit offenbaren. Der Server für das Überwachungssystem war tatsächlich mit dem Passwort „Louvre“ geschützt und das schon seit vielen Jahren! Zudem verwendete das Museum Sicherheitssoftware des Unternehmens Thales, für die als Kennwort „Thales“ vergeben wurde.

Die ungeheuerlichen Sicherheitsmängel waren bereits Ende 2014 von der Nationalen Agentur für die Sicherheit von Informationssystemen (ANSSI) festgestellt worden. „Ein Angreifer, dem es gelingt, die Kontrolle darüber zu erlangen, wäre in der Lage, Beschädigungen oder sogar den Diebstahl von Kunstwerken zu erleichtern“, wurde ausdrücklich gewarnt. Die Agentur riet dem Museum, auf aktuelle Software zu wechseln, Schwachstellen zu schließen und nur noch sichere Kennwörter zu verwenden. Drei Jahre später wurde dies in einem weiteren Bericht bestätigt.

Veraltete Betriebssysteme im Einsatz

Hinzu kommt, dass völlig veraltete Betriebssysteme wie Windows 2000 und Windows XP benutzt wurden und eine Sicherheitssoftware sogar auf einem Server mit Windows 2003 gelaufen sein soll, dessen Support bereits vor zehn Jahren eingestellt wurde. Und schließlich wurde festgestellt, dass das Personal mangelhaft geschult sei und es Probleme bei der Besucherlenkung gebe.

Kulturministerin Rachida Dati räumte ein „Sicherheitsversagen“ ein und behauptete zugleich, dass die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen bei dem Raub zwar funktioniert hätten, ein Bericht habe jedoch eine chronische Unterschätzung des Einbruchsrisikos und Personalmangel aufgezeigt. Neben technischen Verbesserungen solle auch die Organisation der Sicherheitsmaßnahmen im Museum überarbeitet werden.

Ego statt Wiederbeschaffungsgeist

Es ist unglaublich, welche Schlampigkeit hier über Jahre herrschte. Dass Diebe am helllichten Tag in den Louvre eindringen und ungestört Juwelen von unschätzbarem Wert stehlen konnten, ist angesichts solcher Zustände wahrlich kein Wunder. Eigentlich kennt man so etwas vor allem aus dem völlig desolaten Deutschland. Der Louvre-Raub zeigt jedoch, dass man sich auch in Frankreich in einer selbstzerstörerischen Dekadenz befindet. Zumindest konnten inzwischen sieben mutmaßliche Täter gefasst werden.

Und um das Versagen perfekt zu machen, ließ man auch noch das bereits am 23. Oktober im Darknet abgegebene Angebot verstreichen, acht Millionen Euro in der Kryptowährung Monero für einen Teil der Beute zu zahlen, von der noch immer jede Spur fehlt. „Leider verhinderten da Ego-Konflikte und bürokratische Verzögerungen die Möglichkeit, wenigstens einige der Kunstwerke zurückzuerlangen“, klagte Zvika Nave, der Chef der israelischen Firma CGI, die mit der Wiederbeschaffung der Juwelen beauftragt wurde.

Bei einem zweiten Angebot vom 1. November wiederholte sich diese Farce. „Uns wurde erneut ein kurzes Zeitfenster eingeräumt, doch bedauerlicherweise vereitelten zum zweiten Mal französisches Ego und interne Politik die Chance, die gestohlenen Juwelen zurückzuerhalten“, so Nave. Auch dies legt beredtes Zeugnis für den desolaten Zustand Europas ab, das fast überall von nackter Unfähigkeit und Idiotie beherrscht wird.

Selbstzerstörerische Dekadenz auch in Deutschland

In Deutschland versagte der deutsche Sicherheitsapparat am Dresdner Juwelenraub von 2019 bereits exemplarisch. Defekte Alarmanlagen und mangelnde Überwachung im Grünen Gewölbe ermöglichten den Einbruch der Remmo-Bande, ein Versagen der Staatlichen Kunstsammlungen. Ermittlungen zogen sich hin und so begann der Prozess erst in 2022, 2023 wurden schließlich einige Verdächtige zu 4 bis zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt, doch auch Freisprüche und Revisionen lassen das Urteil bis heute immer milder werden.

Zum Vergleich: bei Steuerhinterziehung in Höhe des Diebesguts - 113 Millionen Euro - würden einem bis zu 10 Jahre Gefängnis drohen. Bis heute sind nur Teile der Beute zurück. Justizversagen und hohe Kosten für Steuerzahler unterstreichen systemische Inkompetenz, ein Skandal ohne Konsequenzen. (TPL)

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