Die Tragik des Mainstreams

Danger Dan und Igor Levit: 'Zensiertes' Lied zeigt, dass der Wind sich dreht

Kultur
Bild: Screenshot YouTube-Account von Danger Dan

Danger Dan und Igor Levit inszenieren sich als Opfer von Zensur, obwohl sie bestens im öffentlich geförderten Kulturbetrieb verankert sind. Der Skandal um „Keine Angst“ zeigt vor allem, wie nervös der Mainstream geworden ist. Wir gewinnen!

Danger Dan und Starpianist Igor Levit sind Lieblinge des gehobenen Mainstreams. Ihnen hören Menschen zu, die sich nie als Teil der Masse begreifen würden, die aber genau das sind.

Igor Levit und Danger Dan sehen sich als Opfer von Zensur. Warum? Weil ihnen das ZDF untersagt hat, ihr Lied „Keine Angst" im Fernsehen bei der Sendung „Die Anstalt" aufzuführen. Danger Dan singt in seinem Lied davon, wie man Widerstand organisieren solle: Man solle Kneipenabende ohne Nazis veranstalten und vom Erlös Spraydosen kaufen. Dann solle man auf Dating-Apps gehen, potenzielle „Nazis" enttarnen und sie anschließend in ihrem Umfeld und bei ihren Arbeitgebern outen – eine Anleitung, wie der Widerstand gegen rechts aussehen könne. Und natürlich geht es ihm dabei nicht darum, Fame zu erlangen, sondern um linke Straßenpolitik. Der Prominente, der niemals auf seinen „Fame" verzichten würde, sagt dem Fußvolk, was es zu tun hat. Und schon sieht er sich als Volksheld.

„Juristisch ist mal wieder die Grauzone geschrammt. Ich lasse ihn jetzt einfach mal im Raum, den Elefant. Ist eh klar, was zu tun ist, ich sag nichts mehr dazu. Liebe Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk."

Letztere Namen beziehen sich auf die linksterroristische Hammerbande.

Wie war das noch einmal mit der Freiheit der Gedanken?

Ein Song, in dem zu körperlicher Gewalt und Psychoterror gegen Andersdenkende aufgerufen wird, ist mindestens faschistoid, oder? So habe ich das doch mal in der Schule gelernt.

Ja, man sieht: Danger Dan und Igor Levit sind quasi die Reinkarnation der Geschwister Scholl. Zwar können sie ganz offen mit Gesicht und Namen auftreten und ihre politischen Positionen verbreiten, bekommen Geld dafür, haben Karrieren – aber sie sehen sich trotzdem als Opfer protofaschistischer Zensur, weil sie ihren Aufruf zur Gründung linksterroristischer Vereinigungen nicht zur besten Sendezeit vor einem Millionenpublikum präsentieren dürfen. Vielleicht ist das alles auch nur ein kalkulierter Skandal, der die beiden noch berühmter machen soll. Immerhin: Das Lied und sein Arrangement sind ganz gut gelungen, die Streicher sind super, die treibende Klaviergrundlage auch. Das schwarz-weiße Video ist stimmungsvoll gestaltet, das Lichtdesign ist super und erinnert ein wenig an Stummfilmklassiker aus der Weimarer Republik. Der Song hat das Zeug zu einem ironischen rechten Partyhit, zwischen „L'Amour Toujours" und  „Krieg" von Deutsche Vita.

Die Sehnsucht nach dem Verfolgtsein

Kleiner Tipp: Wer nichts zu fürchten hat, wenn er seine politischen Positionen öffentlich vertritt, wird nicht verfolgt – selbst wenn er es gerne wäre. Der gesamte durch öffentliche Gelder finanzierte Kulturbetrieb sollte sich dessen vielleicht einmal bewusst werden.

Linke verstehen nicht, dass sogenannte Nazis nicht aus Spaß oder Bösartigkeit zu Nazis werden, sondern weil sie andere Werte, eine andere Philosophie und andere Prämissen haben, die zu anderen Ergebnissen führen. Deshalb ist die Vorstellung, man sei nicht gebildet genug oder habe nicht genug Gewissen, besonders lachhaft und infantil. Meine Allgemeinbildung ist groß, ich bin viel gereist. Wie bin ich rechts geworden? Dadurch, dass ich gesehen habe, wie andere Länder mit Nationalstolz und Patriotismus umgehen, und weil mir klar wurde, dass diese spezifisch deutsche Bräsigkeit, die sich in einer kompletten Realitätsverweigerung niederschlägt, eigentlich nur eine Ausprägung des deutschen Provinzialismus ist. Die Leute haben Angst vor völkischem Denken, finden dasselbe aber bei indigenen Amazonasstämmen in Ordnung. Sie haben kein Problem damit, wenn Minderheiten sagen, sie wollten lieber untereinander heiraten, um ihre Kultur über Generationen hinweg zu bewahren – gestehen das aber anderen nicht zu. Dabei ist es in binationalen Ehen nun einmal so, dass die Kinder meist nach ein, zwei Generationen den Zugang zu einer der beiden Elternkulturen verlieren. Besonders witzig ist auch: Ausgerechnet diejenigen, die sich für besonders gefährdete Helden der Demokratie halten, bekommen am meisten Geld, werden am stärksten gefördert und entsprechen am ehesten dem gesellschaftlichen Konsens. Gleichzeitig wollen sie gewalttätige Methoden nutzen, um diejenigen zu bestrafen, die ihre Meinung nicht teilen und ohnehin schon zurückgedrängt sind. Nicht, um sie zu überzeugen, sondern um sie auf narzisstische Art und Weise restlos zu zerstören. Das ist Cluster-B-Persönlichkeitsstörungsverhalten.

Beim ZDF arbeiten offenbar auch vernünftige Leute, die die Zeichen der Zeit erkennen und den immer größer werdenden Frust, der den öffentlich-rechtlichen Rundfunk trifft, nicht noch weiter befeuern wollen. Das Bewusstsein über Manipulation, Framing und Falschbehauptungen des ÖRR wächst; Lügen und schlecht orchestrierte Kampagnen werden aufgedeckt. Großen Anteil daran haben alternative Medien, Plattformen wie X, auf denen Schwarmintelligenz Ungereimtheiten aufdeckt, und natürlich auch Blogs und unabhängige Journalisten. Es wäre auch nicht klug, die aktuell beliebteste Partei Deutschlands und ihre Wähler zu diffamieren. Das wäre vor fünf Jahren vielleicht noch gegangen. Aber jetzt, wo immer mehr Menschen aufgrund eigener bitterer Erfahrungen der Masseneinwanderung kritisch gegenüberstehen und linke Lebenslügen hinterfragen, käme das einfach nicht mehr gut an. Im ZDF ist man offenbar nicht ganz so „tone-deaf" wie Danger Dan und Igor Levit.

Alternde junggebliebene Kulturbonzen

Jetzt, wo der Mainstream laut „Zensur" und „Diskriminierung antifaschistischer Musik" schreit, wird eines ganz deutlich: Das Lied zeigt, dass wir gewinnen. Es ist langweilig, es ist öffentlich verfügbar. Danger Dan geht damit kein Risiko ein, und wahrscheinlich wurmt ihn und Levit das. Jugendkultur und Rebellion kommen heute von rechts. Danger Dan und Igor Levit könnten niemals so cool sein, selbst wenn sie wollten. Tja.

Also, nicht verzagen, liebe Leserin, lieber Leser. Solche absurden Entwicklungen sind ein Zeichen dafür, dass das Establishment nervös wird, weil sich der Wind dreht. Hoffentlich kehrt bald Vernunft ein.

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