Firmen-Monopol auf Wahrheit

Stiller Würgegriff der Zensoren: Wie 'NewsGuard' unliebsame Medien zerstören will

Globalismus
Symbolbild: KI-generiert (ChatGPT)

Eine unscheinbare Bewertung aus den USA kann über den Erfolg deutscher Medien entscheiden. Ohne Gericht, ohne Vorwarnung, ohne öffentliche Debatte. Im Hintergrund legt die US-Firma NewsGuard fest, welche Stimmen Geld verdienen können und welche verstummen sollen.

Ein Artikel aus unser Kooperation mit JouWatch

Internet-Machtmonopol

Eine US-Firma entscheidet darüber, welche deutschen Internetseiten als vertrauenswürdig gelten und welche als Risiko eingestuft werden: Wer eine rote Bewertung erhält, verliert in der Praxis Werbekunden und damit die wirtschaftliche Grundlage seiner Arbeit. Dieser Prozess läuft leise und automatisiert im Hintergrund, ohne gerichtliche Prüfung. Die „bewerteten“ Webseiten erhalten keine Benachrichtigung. So funktioniert das System von NewsGuard im Verborgenen.

Elon Musk hat dafür deutliche Worte gefunden. Der Chef der Plattform X nennt das Modell von NewsGuard „Betrug“. Seine Kritik trifft den Kern. NewsGuard verkauft seine Bewertungen nicht an die Webseitenbetreiber. Das Geld kommt von großen Werbekunden und Agenturen. Diese kaufen die Daten und entscheiden damit, wo ihre Anzeigen erscheinen.

Eine grüne Einstufung zieht Werbung an. Eine rote Bewertung schreckt ab. Einnahmen können dadurch schnell einbrechen. NewsGuard verdient an den Werbekunden. Die Medien tragen die Folgen. So entsteht ein System, das weniger den Leser informiert, sondern vor allem Werbegeld lenkt.

Nachlese - auch Der Status musste sich bereits mit der Arbeit der "NewsGuard"-Zensoren herumschlagen:

Grün bringt Geld, Rot bringt Probleme

NewsGuard bewertet Seiten wie Achgut.com oder MMNews.de und verkauft diese Einschätzungen an Werbeagenturen und Technologieplattformen. Viele Werbekampagnen laufen nur noch auf als sicher eingestuften Seiten. Kritisch bewertete Angebote werden gemieden. Für die betroffenen Medien bedeutet das sinkende Einnahmen. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat in einem konkreten Fall Grenzen gesetzt. NewsGuard durfte Achgut.com nicht in dieser Form als Desinformationsquelle darstellen. Bei vielen Artikeln wurde nur ein einzelnes Beispiel herangezogen. Das reichte dem Gericht nicht für eine so weitreichende Bewertung.

Im Umfeld von NewsGuard finden sich einflussreiche Persönlichkeiten wie der frühere CIA-Chef Michael Hayden. Kritiker sehen darin eine problematische Nähe zu politischen Kreisen. Gleichzeitig bestehen Verbindungen zur Werbebranche, etwa zu Publicis Groupe. Das verstärkt den Eindruck, dass Bewertungen und Werbegeld eng miteinander verknüpft sind. Am Ende zeigt sich ein einfacher Mechanismus: Schreiben darf jeder. Aber nicht jeder kann es sich leisten.

+++ Folgt uns auf Telegram: t.me/DerStatus & auf Twitter/X: @derStatus_at +++

Dir gefällt unsere Arbeit? Unterstütze uns jetzt mit deiner Spende, damit wir weiterhin berichten können!

Kontoinhaber: JJMB Media GmbH
IBAN: AT03 1500 0043 9102 6418
BIC: OBKLAT2L
Verwendungszweck: Spende

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten