Fast 50 Jahre globalistische 'Tradition'

Starmer wirft hin: Briten droht mit Burnham der 10. WEF-Premier

Globalismus
Hintergrund: WEF/swiss-image.ch/Remy Steinegger, Flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Burnham: LBJ Library/Jay Godwin, Flickr (gemeinfrei); Komposition: Der Status.

Nur 2 Jahre nach seinem Erdrutschsieg bei der Parlamentswahl ist die Ära von Noch-Labour-Chef Keir Starmer als britischer Premier bald schon wieder zu Ende. Nachdem ihm zahlreiche Skandale zwischen Epstein & Rotherham um die Ohren fliegen und die Umfrage-Ergebnisse katastrophal sind, wird auf der Insel wieder einmal durchgewechselt. In Position will such nun Andy Burnham, der bislang v.a. als Bürgermeister von Greater Manchestor von sich reden machte. Wie fast alle seine Vorgänger ab Margaret Thatcher suchte der designierte Regierungschef schon in der Vergangenheit die Bande zu den Globalisten des Weltwirtschaftsforums (WEF).

Burnham: Ex-Minister mit WEF-Stallgeruch

Burnham ist zwar erst unlängst bei einer Nachwahl wieder ins britische Unterhaus eingezogen, ist allerdings seit Jahrzehnten ein Rad im politischen System in Großbritannien. Nachdem er bereits 2001 erstmals Mitglied im "House of Commons" war, bekleidete er unter Gordon Brown mehrere Ministerämter: Zuerst als Vize-Finanzminister, dann als Kultur-, Medien- & Sportminister und zuletzt als Gesundheitsminister. Nach zwei erfolglosen Kandidaturen um die Parteispitze war er zeitweise Schatten-Innenminister und seit 2017 dann Bürgermeister von Greater Manchester. 

In dieser Rolle nahm er 2018 an einem WEF-Treffen in China teil, das zur Vernetzung der "neuen Champions" diente - als Teil eines Panels zur Zusammenarbeit zwischen Großstädten. Dabei ging es u.a. um CO2-Emissionen sowie die Frage, wie man zugleich "Gewalt eindämmt, aber Diversität erhöht". Für seine Stadt bzw. Metropolregion versprach er damals, bis 2040 die CO2-Neutralität anzustreben. Nur wenige Jahre später soll nun der dritte Anlauf als Parteichef zur Krönung seiner politischen Karriere durch den Einzug in die Downing Street führen. Es wäre die Fortführung einer "Tradition": Denn seit 1979 pflegten fast alle Premiers enge Kontakte zum Weltwirtschaftsforum (WEF).

Seit Thatcher verzichtete nur ein Premier

Begonnen wurde die Tradition von Margaret Thatcher, die 1982 am WEF-Gipfel in Davos teilnahm und damit instrumental dabei war, das etwas über 10 Jahre davor von Klaus Schwab ins Leben gerufene Globalisten-Treffen endgültig auf die große geopolitische Bühne zu hieven. Während nur für ihren Nachfolger John Major keine direkten Auftritte in seiner politischen Karriere in Davos bekannt sind, gehörte dies ansonsten in den letzten 30 Jahren generell zum guten Ton. Tony Blair nahm sowohl als Premier als auch danach mehrfach teil, sein langjähriger Vize und späterer Nachfolger Gordon Brown als Schatzkanzler, Premier und nach der politischen Karriere.

Nach den beiden Labour-Regierungschefs folgte in der Parteifarbe ein Regierungswechsel zu den Konservativen, doch eine Konstante blieb - die enge Bindung ans WEF. David Cameron ließ in seiner Amtszeit überhaupt keinen einzigen WEF-Gipfel aus, nachdem er sich bereits als Oppositionsführer dort mit den Globalisten vernetzte. Zweimal als Premier sowie mehrfach danach nahm auch Theresa May in Davos teil, ehe sie von Boris Johnson abgelöst wurde. Dieser ging zwar in späteren Jahren demonstrativ auf Distanz zum WEF & kritisierte den dortigen Gipfel, nahm aber in seiner Zeit als Londoner Bürgermeister mehrfach in Davos teil.

Selbst Kurzzeit-Amtsinhaber in Davos

Mit nur 49 Tagen dauerte die Amtszeit von Liz Truss als britische Premierministerin außerordentlich kurz, doch ihre zwei WEF-Teilnahmen in den beiden Jahren zuvor dürften ihrer Bewerbung für das höchste politische Amt in Großbritannien sicherlich nicht abträglich gewesen sein. Etwas anders sehen die Verbindungen von Rishi Sunak zum WEF aus. Nachdem er zuerst als "Young Global Leader" benannt wurde, verzichtete er während seiner Amtszeit auf eigene Davos-Auftritte, obschon die Firma seiner Schwiegereltern eine enge Verbindung zu Schwab & zum WEF unterhielt. In der "Zeit nach der Politik" nutzt Sunak die Gelegenheit aber nun erneut, um sich dort mit den Eliten zu vernetzen.

Die Unterhauswahl vor 2 Jahren sorgte nach 16 Jahren an "Tory"-Premiers für einen Parteiwechsel an der Regierungsspitze, doch auch Keir Starmer nahm bereits als Oppositionschef als Redner am WEF-Jahrestreffen teil. Sollte Burnham also tatsächlich die Regierungsgeschäfte übernehmen, hätten also 10 von 11 Regierungschefs der letzten 47 Jahre belegte Verbindungen zum Globalisten-Mekka und/oder seinen Akteuren. Interessant ist auch der Umstand, dass die aktuelle Tory-Chefin Kemi Badenoch bei der ersten Bewerbung noch keine WEF-Verbindungen hatte und gleich drei WEF-Parteifreunden unterlag. Nachdem sie selbst "nachbesserte", war auch für sie der Weg frei.

Farage: Vom Kritiker zum Teilnehmer

In den Umfragen straucheln allerdings beide bisherigen Großparteien, welche die Macht in Großbritannien in den letzten 100 Jahren innehatten. Überflügelt wurden sie in Volkes Gunst inzwischen von "Reform UK", der Partei von Nigel Farage, die bei einer Neuwahl auf 27% käme und wohl unzählige der Mehrheits-Wahlkreise für sich entscheiden könnte. Dieser wiederum trat jahrelange als WEF-Kritiker auf - nur um nun im aktuellen Jahr hinzupilgern. Oder wie es der linksliberale "Guardian" formulierte: "Seit Jahren beschimpfte Farage das Davos-Treffen als verschwörerisches Treffen [...] aber nun wird er selbst mit den 'Globalisten', die doch so verachtete, auf Tuchfühlung gehen". 

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