Kritik am 'humanitären' Argument

Iranerinnen freibomben? Spanische Politikerin zerlegt US-Propaganda!

Globalismus
Hintergrund: Freepik (2); Montero: Aea1994, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Komposition: Der Status.

Ausgerechnet die spanische Linkspolitikerin Irene Montero, zuletzt aufgrund ihrer Aussagen in der Kritik, dass sie ihr Land mit Migranten fluten will, um einen Rechtsruck zu verhindern, erweist sich nun zum Thema des Angriffs auf den Iran als eine Stimme der Vernunft. Sie geißelte das westliche Propaganda-Narrativ, dass man dort u.a. Frauen aus den Fängen eines unterdrückerischen Regimes befreien wolle. Außerdem forderte sie einen NATO-Austritt Spaniens und die Isolation der USA & Israels für ihre ständigen Angriffskriege.

"Frauen-Befreiung" als verlogene Propaganda

Auch liberal-konservative Medien bringen etwa das Narrativ der westlichen Befreiung persischer Frauen, die durch ihre neu gewonnene Freiheit bald den Schleier ablegen können und sich in halbnackten Posen ablichten können. Man versucht den Überfall der USA & Israels auf den Iran, der laut Ansicht etlicher Beobachter auch Elemente eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges besitzt, einmal mehr als "humanitäre Intervention" gegen das Mullah-Regime darzustellen. Auch sonst bedient man eine Reihe von propagandistischer Falschinformation über den Nahen Osten - Der Status berichtete detailliert über die tatsächlichen Hintergründe. 

In sozialen Medien verbreiten sich aktuell Beiträge der EU-Abgeordneten Irene Montero von der weit links stehenden Partei "Podemos". Die ehemalige Gleichstellungsministerin Spaniens thematisiert darin das verlogene Narrativ: "Keine Frau wurde je durch amerikanische Bomben befreit. Nicht im Irak, nicht im Libanon, nicht in Afghanistan - und auch im Iran wird das nicht passieren." Außerdem legte sie auch gegenüber konservativen Kräften den Finger in die Wunde: "Das ganze Jahr über nennen sie uns ‚woke‘, wenn es um Frauenrechte geht. Aber wenn sie ihre Öl-Kolonialkriege verkaufen wollen, dann benutzen sie Frauenrechte als Rechtfertigung.“

Spanien schon traditionell israelkritisch

Ob diese Worte exakt in jenem Wortlaut fielen, lässt sich unabhängig schwer überprüfen - es finden sich zu diesem pointierten Sager ausschließlich Wiedergaben in Wort & Bild in sozialen Medien. Allerdings spiegeln sie jedenfalls ein Sentiment wieder, mehrere Medien zitieren zumindest folgende Aussage: "Den Iran zu bombardieren, bringt dem Iran keine Freiheit, sondern Trump das Öl". Belegt ist ebenfalls der Umstand, dass sie forderte, aus der NATO auszutreten und Israel & die USA "global zu isolieren, damit sie keinen Terror mehr rund um den Globus verbreiten können". Dass sie das Take der Kriegstreiber praktisch 1:1 umdreht, dürfte wohl Kalkül sein. 

Dass eine solche Aussage aus Spanien kommt, ist keine Überraschung. Sein sozialistischer Premier verweigert aktuell den USA jede Unterstützung gegen den Iran und sperrt die Basen für US-Militärs. Das Land gilt - u.a. neben Irland - als eines der israel- und amerikakritischsten Ländern der ganzen EU. Das hat auch historische Gründe, die - paradoxerweise - auf die Zeit des Franco-Regimes zurückgehen. Damals wurde Spanien von den USA & der NATO isoliert, sodass man verstärkt den Kontakt zu Nordafrika suchte und sich gegen Israel & die USA positionierte. Diese im Volk weit verbreitete Grundhaltung wirkt bis heute nach, Spanien boykottiert u.a. wegen Israel auch den ESC in Wien.

Von der Pro-Asyl-Hetzerin zur West-Kritikerin

Spannend sind die Aussagen Monteros auch vor einem anderen Hintergrund - denn erst kürzlich gingen umstrittene Aussagen der "Podemos"-Politikerin viral. Darin begründete sie ihre Unterstützung für die Masseneinwanderung mit dem Kampf gegen den Rechtsruck: "Ich hoffe wir können dieses Land mit Migranten [...] von Faschisten und Rassisten befreien. Natürlich will ich einen Bevölkerungsaustausch: Einen Austausch der Faschisten, der Rassisten und Opportunisten." Und ganz aus ihrer linken Parolen-Haut kommt Montero auch weiterhin nicht, verglich sie Trump im Zuge ihrer Kritik doch mit Hitler...

Ansonsten zeigt der Umstand, dass sie nun eine pointierte Kritik an den Weltpolizei-Bestrebungen, die keinesfalls im Interesse Europas sind, dass Dinge im politischen Raum nicht immer schwarz-weiß sind. Es ist durchaus möglich, zu einem Thema eine völlig weltfremde Position einzunehmen - und bei einem anderen Thema plötzlich kritisches Denken anzubringen und Aspekte hervorzuheben, die andere nicht am Schirm haben. Dass ihre mutmaßlichen Aussagen zum Angriff auf den Iran aktuell von Personen unterschiedlicher Couleur im Netz bejahend verbreitet werden, ist zumindest ein Indiz, dass sie diesmal einen wunden Punkt getroffen hat. 

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