GLS-Bank und die 'Pressefreiheit'

Corona-Kritiker im Visier: Debanking bei RKI-Files-Mitaufdeckerin

Corona
GLS-Bank: Maschinenjunge, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; Screenshot: X; Komposition: Der Status.

Die Welle der plötzlichen Kontokündigungen bei Dissidenten und alternativen Medienschaffenden reißt nicht ab. Nun betraf es die Corona-Kritikerin Aya Velazquez. Sie wurde u.a. durch ihre Rolle beim Leak der ungeschwärzten RKI-Protokolle einem breiteren Publikum bekannt wurde. Die GLS-Bank kündigte ihr laut eigenen Aussagen ihr Konto, nachdem sie ihr journalistisches Pseudonym als Alias für Überweisungen von Unterstützern angab.

Kritische Journalistin verliert Konto

Velazquez erlebte es mehrfach, dass Unterstützer, die ihr für ihre Arbeit spenden wollten, eine Fehlermeldung bekam, weil sie just dieses öffentliche Pseudonym als Empfänger angaben. Also entschied sich die Journalistin, dieses als Alias bei ihrem Geschäftskonto anzugeben. Doch kurz darauf habe die "GLS-Bank" ihr Geschäftskonto "kommentarlos" gekündigt. Dies gab Velazquez in sozialen Medien bekannt und bat die Schwarmintelligenz, ihr "verlässliche" Geldinstitute als Alternative vorzuschlagen. 

Geldinstitut kündigte auch Mut-Anwalt

Kurz darauf stellte sich dann heraus: Es handelt sich keineswegs um einen Einzelfall. Auch der Grundrechtsanwalt Markus Haintz, der sich u.a. ebenfalls im Corona-Widerstand und durch seinen Kampf gegen Zensur seine Sporen verdiente, erzählte davon, dass ihm dieselbe Bank bereits vor drei Jahren das Konto gekündigt habe. Dies sei damals auf Anregung eines von den Grünen vorgeschlagenen bayerischen Verfassungsrichters geschehen.

Er empfahl die Sparkassen als Alternative, da deren regionale Niederlassung "eine Kontoeröffnung nicht willkürlich versagen" dürften. In seiner Funktion als Anwalt hätte seine Kanzlei "in letzter Zeit einige Kontokündigungen von ‚umstrittenen‘ Personen oder Unternehmen bei Sparkassen erfolgreich begleitet". Diese dürften zudem ein bestehendes Konto nur bei Vorliegen eines "sachgerechten Grundes" kündigen, wobei politisch motivierte Entscheidungen "selbstständig kein sachgerechter Grund" seien.

"Schrödingers Pressefreiheit" bei GLS-Bank?

Doch die Sache ist sogar noch absurder: Denn dieselbe GLS-Bank kündigte zu Jahresbeginn an, die Pressefreiheit stärken zu wollen und die "Finanzierung unabhängiger Medien" unterstützen zu wollen. Immerhin gelte es, diese vor "autoritären Kräften zu schützen, die sie übernehmen oder abschaffen wollen". Im Geschäftskundenbereich wirbt das Geldinstitut sogar mit solchen Zwecken: "Unabhängiger Journalismus braucht Partner mit klarer Haltung".

Dass man ausgerechnet vor diesem Hintergrund das Konto von Velazquez kündigt, ist besonders absurd. Schließlich half ihr Leak der ungeschwärzten RKI-Protokolle, nachdem ihr diese von einem Insider zugespielt wurden, bei der Aufklärung der brisanten Genese des Corona-Regimes. Gemeinsam mit Bastian Barucker & Stefan Homburg stellte sie diese den Bürgern zur Verfügung. Zuvor hatte bereits das "Multipolar"-Magazin den Startschuss geliefert, indem es großen Anteil der RKI-Dokumente erfolgreich freiklagte.

"Debanking" als Waffe gegen freies Wort

Wie schnell das Pferd sein muss, das man als kritische Stimme inzwischen im deutschsprachigen Raum haben muss, zeigt eine Reihe ähnlich gearteter "Debanking"-Vorfällen. So wurde u.a. dem einstigen "Heimatkurier", dem "Freilich"-Magazin und "Kontrafunk" in der jüngeren Vergangenheit ein Geschäftskonto gekündigt. Der rechte Aktivist & Buchautor Martin Sellner hat eine regelrechte "Konten-Odysee" bei 93 Banken hinter sich, erklagte sich zuletzt aber erstinstanzlich das Recht auf ein Konto - Der Status berichtete.

Verstärkt wird dieser Eindruck ironischerweise auch durch die Vita von Velazquez. Denn bevor sie zu Bekanntheit als Corona-Kritikerin und Journalistin kam, finanzierte sich ihr Studium durch eine Arbeit als Escort-Girl, kritisierte dabei auch den Corona-Kahlschlag gegen Sexarbeit. Während ihrer Zeit in diesem Gewerbe musste sie keine Kontokündigung fürchten. Im "freiesten Deutschland aller Zeiten" gilt systemkritischer Journalismus somit hochoffiziell als fragwürdigerer Lebensunterhalt als Prostitution...

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